Glossar

Wer über Zigaretten spricht, benutzt Wörter aus fünf verschiedenen Welten: aus Landwirtschaft und Fabrik, aus der Chemie des Rauchs, aus der Medizin, aus dem Steuer- und Verbraucherrecht und aus der Entwöhnung. Dieses Glossar erklärt rund hundert Fachbegriffe aus allen fünf Bereichen – von Abbrand bis Zusatzstoffe, alphabetisch geordnet, jeweils mit dem Zusammenhang, in dem der Begriff eine Rolle spielt, und mit Verweisen auf die ausführlichen Seiten dieser Domain. Wer weiß, was ein Kondensat, eine Coresta-Einheit oder eine Tabakproduktrichtlinie ist, liest Packungsaufdrucke, Studien und Gesetzestexte mit anderen Augen.

Inhalt

  1. Wie man dieses Glossar liest
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D–E
  6. F
  7. G–H
  8. I–J
  9. K
  10. L–M
  11. N–O
  12. P
  13. R
  14. S
  15. T
  16. U–V
  17. W
  18. Z
  19. Ziffern

Wie man dieses Glossar liest

Die Einträge sind alphabetisch nach dem gebräuchlichsten Begriff geordnet; englische Fachwörter, die sich in der Branche durchgesetzt haben – etwa Blend, Tipping oder Craving –, stehen unter ihrem englischen Namen, weil man ihnen so in Normen, Studien und auf Packungen begegnet. Abkürzungen wie TSNA oder LIP sind unter dem ausgeschriebenen Begriff erklärt; die Tabelle unten führt zu den Einträgen. Verwandte Begriffe verweisen aufeinander: Wer bei Ventilation beginnt, stößt auf Kompensationsverhalten, Intense-Regime und den Eintrag zu „Light“ – erst zusammen ergeben diese vier Begriffe die Geschichte einer jahrzehntelangen Täuschung.

Jeder Eintrag ist für sich verständlich und bleibt bewusst kurz. Wo ein Thema mehr Raum braucht, führt ein Verweis auf die Seiten Aufbau, Inhaltsstoffe, Geschichte, Gesundheit, Rauchstopp und Recht & Steuer. Zahlen stehen nur dort, wo sie breit gesichert sind; gesundheitliche Aussagen sind so formuliert, wie die Forschung sie trägt – ohne Beschönigung und ohne Dramatisierung.

AbkürzungBedeutungEintrag
COPDChronisch obstruktive LungenerkrankungCOPD
CUCoresta-Einheit (Papierporosität)Coresta, Zigarettenpapier
FCTCWHO-Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des TabakgebrauchsFCTC
HPHCHarmful and Potentially Harmful ConstituentsHPHC
ISOGenormtes RauchmaschinenverfahrenISO-Messverfahren
LIPLower Ignition Propensity (verringerte Zündneigung)LIP
MSAMaster Settlement AgreementMaster Settlement Agreement
NNN, NNKDie beiden wichtigsten tabakspezifischen NitrosamineNitrosamine
PAKPolyzyklische aromatische KohlenwasserstoffePolyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe
TabakerzGTabakerzeugnisgesetzTabakerzeugnisgesetz
TPDTobacco Products Directive (Tabakproduktrichtlinie)Tabakproduktrichtlinie
TSNATobacco-specific nitrosaminesNitrosamine

A

Abbrand
Das Fortschreiten der Glutzone entlang des Tabakstrangs, beim Zug wie in der Ruhephase dazwischen. Die Geschwindigkeit hängt von Tabakdichte, Schnittbreite und Feuchte ab, vor allem aber vom Zigarettenpapier, dem Citrate als Brandregulatoren zugesetzt werden. Eine Zigarette, die in der Ruhe zu schnell abbrennt, verschwendet Tabak; eine, die zu langsam glimmt, geht aus – Hersteller stimmen beides im Zusammenspiel von Papier, Füllkraft und Zugwiderstand ab.
Acrolein
Ein stechend riechender, ungesättigter Aldehyd, der bei der Verbrennung von Glycerin, Zuckern und Fetten entsteht. Im Rauch ist er einer der Hauptverursacher der Reizwirkung auf Augen und Atemwege; er lähmt die Flimmerhärchen der Bronchien und trägt so zu Raucherhusten und chronischer Bronchitis bei. Zudem wird er mit Schäden an der Gefäßinnenhaut in Verbindung gebracht.
Aktivkohlefilter
Ein Celluloseacetatfilter, in den Aktivkohlekörnchen eingebettet sind – als eigenes Segment zwischen zwei Acetatstücken oder in die Fasern eingestreut. Aktivkohle bindet einen Teil der flüchtigen Gasphasenstoffe wie Aldehyde und Blausäure, die ein reiner Faserfilter ungehindert passieren lässt. In Japan und Südkorea sind solche Filter üblich, in Europa selten; eine Verringerung des Erkrankungsrisikos ist damit nicht belegt.
Alkaloide
Stickstoffhaltige Naturstoffe der Tabakpflanze, unter denen Nikotin den weitaus größten Anteil ausmacht; daneben kommen Nornikotin, Anabasin und Anatabin vor. Die Pflanze bildet sie in der Wurzel als Fraßschutz und lagert sie in den Blättern ein. Aus den Alkaloiden entstehen bei Trocknung, Lagerung und Verbrennung die tabakspezifischen Nitrosamine.
American Blend
Die weltweit verbreitetste Zigarettenmischung aus heißluftgetrocknetem Virginia, luftgetrocknetem Burley und sonnengetrocknetem Orienttabak, ergänzt um Folientabak, expandierten Tabak und Rippen. Der Typ entstand 1913 in den USA, als eine neue Marke gesüßten Burley mit Virginia und Orient verband. Kennzeichnend ist die Soßierung des Burley-Anteils mit Zucker, Kakao und Feuchthaltemitteln; die Rezeptur beschreibt die Seite Aufbau.
Ammoniak-Technologie
Der Zusatz von Ammoniumverbindungen zu Tabak oder Folientabak hebt den pH-Wert des Rauchs an und verschiebt das Nikotin in seine freie, ungebundene Form, die schneller über Lunge und Schleimhäute aufgenommen wird. Interne Industriedokumente belegen, dass die Technik seit den 1960er-Jahren gezielt eingesetzt wurde, um die Wirkung zu verstärken, ohne den gemessenen Nikotinwert zu erhöhen. Ammoniumverbindungen sind in der EU weiterhin zugelassen, aber meldepflichtig.

B

Banderole
Das Steuerzeichen, das jede in Deutschland verkaufte Packung tragen muss; es weist nach, dass die Tabaksteuer entrichtet wurde. Die Hersteller beziehen die Banderolen beim Zoll und bezahlen damit die Steuer im Voraus. Anders als bei fast allen anderen Waren ist der aufgedruckte Kleinverkaufspreis verbindlich: Der Handel darf den aufgedruckten Preis nicht unterschreiten; Rabatte, Zugaben und Kopplungsangebote sind bei Tabakwaren ausgeschlossen.
Benzol
Ein aromatischer Kohlenwasserstoff der Gasphase, der bei der unvollständigen Verbrennung organischen Materials entsteht. Benzol ist als sicher krebserzeugend eingestuft und verursacht vor allem Leukämien; für Rauchende ist die Zigarette in der Regel die mit Abstand größte Benzolquelle im Alltag, weit vor Verkehr und Industrie. Filter halten das Gas nicht zurück.
Benzo[a]pyren
Die Leitsubstanz der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe im Tabakrauch. Im Körper wird sie zu einem reaktiven Epoxid umgebaut, das sich an das Erbgut anlagert und dort charakteristische Mutationen hinterlässt – unter anderem im Tumorsuppressorgen p53, dessen Schadensmuster in Lungentumoren von Rauchern den Fingerabdruck des Tabakrauchs trägt. Benzo[a]pyren wurde bereits in den 1930er-Jahren als Krebserreger aus Steinkohlenteer isoliert.
Blend
Die Tabakmischung einer Marke, zusammengesetzt aus Dutzenden Partien verschiedener Sorten, Herkünfte, Erntejahre und Blattstellungen. Der Blend ist das bestgehütete Betriebsgeheimnis jedes Herstellers, weil er Geschmack, Rauchcharakter, Abbrand und Kosten zugleich festlegt. Seine zweite Aufgabe ist der Ausgleich: Da jede Ernte anders ausfällt, wird die Rezeptur laufend so nachjustiert, dass das Produkt über Jahre gleich schmeckt.
Bonsack-Maschine
Die erste praxistaugliche Zigarettenmaschine, 1881 vom Amerikaner James Albert Bonsack patentiert. Sie formte aus einem Tabakstrom einen endlosen Strang, umhüllte ihn mit Papier und schnitt ihn in Zigaretten – ein Vielfaches der Handarbeit. Der Tabakunternehmer James Buchanan Duke setzte sie ab 1884 als Erster konsequent ein und begründete damit den Aufstieg der Zigarette zum Massenprodukt; die Seite Geschichte erzählt die Einzelheiten.
Britische Ärztestudie
Eine 1951 von Richard Doll und Austin Bradford Hill begonnene Beobachtungsstudie an mehr als 30.000 britischen Ärzten, die über fünfzig Jahre fortgeführt wurde. Sie lieferte den zeitlich längsten Beleg für den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs, Herzinfarkt und chronischer Bronchitis und zeigte, dass lebenslange Raucher im Mittel etwa zehn Lebensjahre verlieren – und dass ein Rauchstopp in jedem Alter einen Teil davon zurückgewinnt.
Bupropion
Ein ursprünglich als Antidepressivum entwickelter Wirkstoff, der die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Dopamin hemmt und so Entzugssymptome und Rauchverlangen mildert. Als Entwöhnungsmittel ist er verschreibungspflichtig und wird ein bis zwei Wochen vor dem Rauchstopp begonnen. Wegen des erhöhten Krampfanfallrisikos kommt er bei Epilepsie und Essstörungen nicht infrage; in der Wirksamkeit liegt er hinter Vareniclin und der Kombination von Nikotinersatzprodukten.
Burley
Ein hellbrauner, luftgetrockneter Tabak, der nach der Trocknung fast keinen Zucker mehr enthält, dafür vergleichsweise viel Nikotin und eine poröse, schwammartige Blattstruktur. Genau diese Eigenschaft macht ihn zum Träger der Soßierung: Burley nimmt Zucker, Kakao und Aromen auf wie kaum ein anderer Tabak. Hauptanbaugebiete sind Kentucky und Tennessee, Malawi und Brasilien; im American Blend liefert er Körper und Fülle.

C

Celluloseacetat
Der Kunststoff, aus dem nahezu alle Zigarettenfilter bestehen. Er wird aus Zellstoff gewonnen, der mit Essigsäure verestert, zu Endlosfasern gesponnen und in der Filterfabrik mit Triacetin als Weichmacher zu Stäben verfestigt wird. Weil das Material in der Umwelt nur sehr langsam zerfällt, gilt der Filter seit 2021 rechtlich als Einwegkunststoff; die Packung trägt deshalb den Hinweis „Filter enthält Kunststoff“ samt Piktogramm.
COPD
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung, eine dauerhafte Verengung der Atemwege aus chronischer Bronchitis und Lungenemphysem. In Industrieländern ist Rauchen ihre mit Abstand häufigste Ursache; sie entwickelt sich über Jahrzehnte, zunächst kaum bemerkt, und ist nicht heilbar. Der Rauchstopp ist die einzige Maßnahme, die das Fortschreiten nachweislich bremst; die Seite Gesundheit beschreibt den Verlauf.
Coresta
Das 1956 gegründete Kooperationszentrum für wissenschaftliche Tabakforschung, ein von der Industrie getragener Verband, der Messmethoden vereinheitlicht. Viele Verfahren, die heute als ISO-Normen gelten – vom Zugwiderstand über die Papierporosität bis zur Rauchmaschine –, gehen auf Coresta-Empfehlungen zurück. Die Luftdurchlässigkeit von Zigarettenpapier wird bis heute in „Coresta-Einheiten“ angegeben.
Cotinin
Das wichtigste Abbauprodukt des Nikotins, das in der Leber entsteht. Es hat eine deutlich längere Halbwertszeit als Nikotin selbst – etwa 16 bis 20 Stunden statt rund zwei – und lässt sich in Blut, Urin, Speichel und Haaren nachweisen. Deshalb dient Cotinin in Studien und in der Arbeitsmedizin als verlässlicher Marker der tatsächlichen Tabakrauchbelastung, auch bei Passivrauchern und Kindern.
Craving
Das akute, wellenförmig anflutende Rauchverlangen im Entzug. Ein einzelner Schub dauert typischerweise nur wenige Minuten und ebbt von selbst ab, ob man raucht oder nicht; ausgelöst wird er durch Schlüsselreize wie Kaffee, Alkohol, Pausen oder Ärger. Wer die Welle kennt und für diese Minuten eine Beschäftigung parat hat, übersteht sie; über Wochen werden die Schübe seltener und schwächer. Strategien nennt die Seite Rauchstopp.
Cytisin
Ein Alkaloid aus den Samen des Goldregens, das wie Vareniclin als partieller Agonist an den nikotinischen Rezeptoren wirkt. In Bulgarien wird es seit den 1960er-Jahren als Entwöhnungsmittel hergestellt, im Westen wurde es erst nach 2010 durch randomisierte Studien ernst genommen. In Deutschland ist es als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zugelassen; die Behandlung dauert nur wenige Wochen und ist vergleichsweise günstig.

D–E

Drehzigarette
Eine aus Feinschnitt und Zigarettenpapier („Blättchen“) von Hand gerollte oder mit Hülsen und Stopfmaschine hergestellte Zigarette. Ihr Reiz ist der Preis, weil Feinschnitt niedriger besteuert wird als die Fabrikzigarette. Gesundheitlich bringt das Selbstdrehen keinen Vorteil – der Rauch meist filterloser oder dünn gefilterter Drehzigaretten ist eher belasteter, und Feinschnitt enthält häufig mehr Zusatzstoffe als Zigarettentabak.
Dual Use
Der gleichzeitige Gebrauch von Tabakzigaretten und E-Zigaretten oder Tabakerhitzern. Er ist verbreiteter als der vollständige Umstieg: Viele rauchen dort, wo es erlaubt ist, und dampfen dort, wo es nicht erlaubt ist. Gesundheitlich bringt das wenig, weil das Risiko der Tabakzigarette schon bei kleinen Mengen weit überproportional ist; ein Nutzen entsteht erst, wenn die Verbrennung vollständig wegfällt.
E-Zigarette
Ein batteriebetriebenes Gerät, das eine Flüssigkeit aus Propylenglykol, Glycerin, Aromen und meist Nikotin verdampft, ohne dass etwas verbrennt. Da die Verbrennungsprodukte fehlen, enthält das Aerosol deutlich weniger Schadstoffe als Tabakrauch, aber es ist nicht harmlos, und Langzeitfolgen sind nicht abschließend erforscht. In der EU sind nikotinhaltige Liquids auf 20 Milligramm je Milliliter begrenzt; in Deutschland unterliegen sie seit 2022 der Tabaksteuer.
Einwegkunststoff-Richtlinie
Eine EU-Richtlinie von 2019, die unter anderem Zigarettenfilter als Einwegkunststoffprodukte einstuft. Seit Juli 2021 müssen Packungen den Hinweis tragen, dass der Filter Kunststoff enthält, und in Deutschland gilt für die Hersteller seit 2024 eine Abgabepflicht in einen Einwegkunststofffonds, der die Kommunen an den Kosten der Straßenreinigung beteiligt. Hintergrund ist, dass Zigarettenkippen weltweit zu den häufigsten Abfällen an Stränden und in Städten gehören.
Entzugssymptome
Die körperlichen und psychischen Beschwerden, wenn dem Gehirn das gewohnte Nikotin fehlt: Reizbarkeit, innere Unruhe, Konzentrationsstörungen, Schlafprobleme, gedrückte Stimmung und gesteigerter Appetit. Sie beginnen wenige Stunden nach der letzten Zigarette, erreichen in den ersten Tagen ihren Höhepunkt und klingen meist innerhalb von zwei bis vier Wochen ab; der Appetit bleibt oft länger erhöht. Einen ehrlichen Verlauf beschreibt die Seite Rauchstopp.
Expandierter Tabak
Tabakschnitt, dessen Zellstruktur durch Tränken mit flüssigem Kohlendioxid und anschließendes schlagartiges Erhitzen aufgebläht wurde. Das Material hat bei gleichem Gewicht ein deutlich größeres Volumen und füllt den Strang mit weniger Tabak. Hersteller senken damit Materialkosten und Maschinenmesswerte; am Risiko für die Rauchenden ändert das nichts.

F

Fackeln der Freiheit
Der Name einer Werbeaktion von 1929, bei der junge Frauen während der Osterparade in New York demonstrativ rauchten – inszeniert vom PR-Pionier Edward Bernays im Auftrag eines Zigarettenherstellers. Die Zigarette wurde damit zum Symbol weiblicher Emanzipation umgedeutet und ein bislang tabuisierter Markt erschlossen. Die Kampagne gilt als Lehrstück moderner Öffentlichkeitsarbeit; die Seite Geschichte ordnet sie ein.
Fagerström-Test
Ein Fragebogen mit sechs Fragen zur Stärke der Nikotinabhängigkeit, benannt nach dem schwedischen Psychologen Karl-Olov Fagerström. Ergebnis ist eine Punktzahl von null bis zehn; die aussagekräftigsten Fragen betreffen die Zeit bis zur ersten Zigarette nach dem Aufwachen und die Zahl der Zigaretten pro Tag. Der Wert hilft bei Auswahl und Dosierung von Nikotinersatz und Medikamenten und wird in Entwöhnungsprogrammen und Studien eingesetzt.
FCTC
Das Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation zur Eindämmung des Tabakgebrauchs, 2003 verabschiedet und 2005 in Kraft getreten – der erste unter Federführung der WHO ausgehandelte völkerrechtliche Vertrag. Die Vertragsstaaten, darunter Deutschland und die EU, verpflichten sich zu Werbeverboten, Warnhinweisen, Nichtraucherschutz, Steuererhöhungen und Entwöhnungsangeboten. Das Abkommen ist der Rahmen, aus dem die Tabakproduktrichtlinie und viele nationale Gesetze hervorgegangen sind.
Feinschnitt
Geschnittener Tabak zum Selbstdrehen oder Stopfen, steuerlich eine eigene, niedriger belastete Kategorie. Maßgeblich ist die Schnittbreite: Als Feinschnitt gilt Rauchtabak, bei dem mehr als ein Viertel des Gewichts schmaler als anderthalb Millimeter geschnitten ist; „Volumentabak“ ist expandierter Feinschnitt für Stopfmaschinen. Die Steuerdifferenz zur Fabrikzigarette ist politisch umstritten, weil sie den Umstieg auf das billigere Produkt fördert statt den Ausstieg.
Filter
Das Mundstück aus Celluloseacetat, das ab den 1950er-Jahren zum Standard wurde – als Antwort der Industrie auf die ersten Krebsstudien. Ein Filter hält einen Teil der Partikelphase zurück, lässt die Gasphase aber ungehindert durch; da Rauchende ihren Zug an die Nikotinaufnahme anpassen, ist eine Verringerung des Risikos durch Filter nie nachgewiesen worden. Eine frühe Filtermarke verwendete Mitte der 1950er-Jahre sogar Asbestfasern; Bauformen beschreibt die Seite Aufbau.
Folientabak
Auch rekonstituierter Tabak: Tabakstaub, Rippen und Reste werden in einem papierähnlichen Verfahren zu Bahnen verarbeitet, die anschließend wie Blatttabak geschnitten werden. Das Verfahren verwertet Abfälle, senkt Kosten und erlaubt eine sehr genaue Dosierung von Zusatzstoffen, weil die Inhaltsstoffe erst extrahiert und dann in gewünschter Zusammensetzung wieder aufgebracht werden. In American-Blend-Zigaretten ist ein erheblicher Folientabakanteil üblich.
Formaldehyd
Ein farbloses, stechend riechendes Gas, das bei der Verbrennung von Zuckern, Feuchthaltemitteln und Cellulose entsteht und zur Gasphase des Rauchs gehört. Formaldehyd ist als sicher krebserzeugend für den Menschen eingestuft, vor allem für den Nasen-Rachen-Raum, und reizt Augen und Schleimhäute schon in geringer Konzentration. Auch in E-Zigaretten kann es bei Überhitzung der Wendel entstehen.

G–H

Glutzone und Nebenstromrauch – Extreme Makroaufnahme der glimmenden Spitze einer Zigarette vor dunklem Hintergrund
Die Glutzone: Zwischen den Zügen glimmt sie bei rund 600 Grad, beim Zug deutlich heißer – der aufsteigende Nebenstromrauch ist die Hauptquelle des Passivrauchs.
Gasphase
Der Anteil des Rauchs, der bei der Messung den Glasfaserfilter der Rauchmaschine passiert: Kohlenmonoxid, Stickoxide, Blausäure, Benzol, Formaldehyd, Acrolein, Butadien und viele weitere flüchtige Verbindungen. Sie macht den größten Teil der Rauchmasse aus, ist unsichtbar und wird von einem gewöhnlichen Filter praktisch nicht zurückgehalten. Etliche der gefährlichsten Rauchbestandteile gehören zur Gasphase; die Seite Inhaltsstoffe führt sie auf.
Glutzone
Das glühende Ende der Zigarette, in dem der Tabak mit dem Luftsauerstoff verbrennt. Zwischen den Zügen erreicht sie Temperaturen um 600 Grad Celsius, beim Zug steigt sie auf über 800 Grad. Unmittelbar dahinter liegt die kühlere Pyrolyse- und Destillationszone, in der der größte Teil der Rauchstoffe entsteht und aus der das Nikotin verdampft und mit dem Luftstrom mitgeführt wird.
Harm Reduction
Schadensminderung – der Ansatz, Menschen, die nicht aufhören wollen oder können, auf Nikotinquellen ohne Verbrennung umzulenken: E-Zigaretten, Tabakerhitzer, Snus oder Nikotinersatz. Die Grundannahme ist gut belegt, denn die Schäden entstehen vor allem durch Verbrennungsprodukte, nicht durch Nikotin. Umstritten bleibt, ob solche Produkte den Ausstieg fördern oder neue Konsumenten gewinnen.
HPHC
Die von der US-Arzneimittelbehörde FDA geführte Liste „schädlicher und potenziell schädlicher Bestandteile“ von Tabakerzeugnissen und Tabakrauch mit 93 Einträgen – von Acetaldehyd bis Toluol, einschließlich Metallen, Nitrosaminen und radioaktiven Stoffen. Sie dient als Grundlage für Meldepflichten der Hersteller. Eine ähnliche Prioritätenliste führt die WHO; die EU hat für besonders zu prüfende Zusatzstoffe eine eigene Prioritätenliste.

I–J

Rauchmaschine im Prüflabor – Ein analytisches Rauchmaschinen-Karussell in einem Prüflabor
Rauchmaschine im Prüflabor: Ein Zug von 35 Millilitern pro Minute – reproduzierbar, aber weit entfernt vom Rauchverhalten eines Menschen.
Intense-Regime
Ein Messverfahren der kanadischen Gesundheitsbehörde für die Rauchmaschine, das die Wirklichkeit realistischer abbilden soll als die ISO-Norm: größere Züge, kürzere Pausen und abgeklebte Ventilationslöcher. Unter diesen Bedingungen liefern „leichte“ Zigaretten ein Vielfaches ihrer ISO-Werte, und die Unterschiede zwischen Marken schrumpfen zusammen. Die WHO empfiehlt das Verfahren für die Bewertung von Emissionen.
ISO-Messverfahren
Die international genormte Rauchmaschinenmessung, bei der eine Zigarette in festem Rhythmus abgeraucht wird – ein Zug von 35 Millilitern über zwei Sekunden, einmal pro Minute, bis zu einer festgelegten Restlänge. Aus dem aufgefangenen Kondensat werden Nikotin und „Teer“, aus der Gasphase Kohlenmonoxid bestimmt. Das Verfahren ist reproduzierbar, beschreibt aber kein reales Rauchverhalten; wie sehr es täuscht, erklärt die Seite Inhaltsstoffe.
Jugendschutzgesetz
Seit 2007 dürfen in Deutschland Tabakwaren nur an Volljährige abgegeben werden, und das Rauchen in der Öffentlichkeit ist Minderjährigen untersagt; zuvor lag die Grenze bei 16 Jahren. Die Regeln gelten seit 2016 ausdrücklich auch für E-Zigaretten, Tabakerhitzer und nikotinfreie Liquids. Automaten müssen das Alter technisch prüfen, der Versandhandel braucht ein Altersverifikationsverfahren.

K

Kalter Rauch
Auch Thirdhand Smoke: die Rückstände von Tabakrauch, die sich auf Wänden, Textilien, Möbeln, Staub und in Fahrzeugen ablagern und über Monate Nikotin, Nitrosamine und flüchtige Stoffe abgeben. Aus abgelagertem Nikotin können durch Reaktion mit Luftschadstoffen sogar neue Nitrosamine entstehen. Besonders Kleinkinder, die auf dem Boden krabbeln und Gegenstände in den Mund nehmen, sind betroffen; Lüften allein beseitigt die Rückstände nicht.
Kanzerogen
Ein krebserzeugender Stoff. Die Internationale Agentur für Krebsforschung stuft Tabakrauch als Ganzes in die höchste Kategorie ein; unter den mehreren tausend Rauchbestandteilen sind rund siebzig als krebserzeugend erkannt, darunter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Nitrosamine, Benzol, Formaldehyd, Cadmium und Polonium-210. Für Kanzerogene gibt es keinen sicheren Schwellenwert; das Risiko steigt mit Dosis und Dauer. Welche Krebsarten betroffen sind, zeigt die Seite Gesundheit.
King Size
Das heute weltweit dominierende Zigarettenformat mit etwa 84 Millimetern Länge und knapp acht Millimetern Durchmesser. Es löste ab den 1950er-Jahren das kürzere „Regular“-Format von rund 70 Millimetern ab, als der Filter Platz brauchte, ohne den Tabakanteil zu verringern. Daneben existieren „100s“ und „120s“ mit entsprechender Länge in Millimetern sowie die schmalen Slim- und Superslim-Formate; eine Übersicht bietet die Seite Aufbau.
Kohlenmonoxid
Ein farb- und geruchloses Gas der unvollständigen Verbrennung, das sich weit stärker als Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff bindet. Bei Rauchenden ist ein Teil des Hämoglobins dauerhaft blockiert, das Blut transportiert weniger Sauerstoff, Herz und Gefäße stehen unter Stress. Kohlenmonoxid in der Ausatemluft lässt sich mit einem Handgerät messen; wenige Tage nach dem Rauchstopp ist der Wert normalisiert.
Kompensationsverhalten
Die meist unbewusste Anpassung des Rauchens an den Nikotinbedarf: Wer auf eine „leichtere“ Zigarette wechselt, zieht tiefer, häufiger und länger, raucht die Zigarette weiter herunter oder verdeckt die Ventilationslöcher mit Lippen und Fingern. Die tatsächliche Aufnahme von Nikotin und Schadstoffen bleibt dadurch nahezu unverändert, während der Maschinenwert sinkt. Die Kompensation ist der Kern der Light-Täuschung, die die Seite Inhaltsstoffe ausführlich erklärt.
Kondensat („Teer“)
Der Partikelanteil des Rauchs, der bei der Maschinenmessung auf dem Glasfaserfilter zurückbleibt, abzüglich Wasser und Nikotin. Es ist eine klebrige, braune Masse aus Tausenden von Verbindungen, darunter die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe und die Nitrosamine. Der Begriff „Teer“ ist streng genommen falsch, weil das Material mit Straßenteer chemisch nichts zu tun hat; er hat sich aber durchgesetzt und stand bis 2016 so auf der Packung.
Kräuterzigarette
Eine Zigarette aus getrockneten Pflanzen ohne Tabak und damit ohne Nikotin, etwa aus Damiana, Pfefferminze oder Königskerze. Sie macht nicht abhängig, ist aber kein gesundes Produkt: Bei der Verbrennung von Pflanzenmaterial entstehen dieselben Klassen von Schadstoffen wie beim Tabak – Kondensat, Kohlenmonoxid, Aldehyde, PAK. Als Entwöhnungsmittel ist sie ungeeignet, weil sie das Ritual verfestigt; die Schwesterseite kraeuterzigaretten.com behandelt das Thema ausführlich.
Krimkrieg
Der Krieg von 1853 bis 1856, in dem britische und französische Soldaten von ihren osmanischen Verbündeten und von russischen Gefangenen das Rauchen von Tabak in Papierhülsen übernahmen. Sie brachten die Gewohnheit nach Westeuropa, wo bald die ersten Zigarettenmanufakturen entstanden. Die Episode markiert den Übergang der Zigarette vom Produkt der Armen zur Mode der Offiziere und Städter; die Seite Geschichte erzählt sie im Zusammenhang.

L–M

LIP
Lower Ignition Propensity, „verringerte Zündneigung“: Zigarettenpapier mit zwei oder drei ringförmigen Verdickungen, die den Luftzutritt zur Glut drosseln. Bleibt eine solche Zigarette liegen, verlöscht sie beim Erreichen eines Rings mit hoher Wahrscheinlichkeit, statt weiterzuglimmen. Die EU schreibt die Bauweise seit 2011 vor, um Wohnungsbrände durch unbeaufsichtigte Zigaretten zu verringern; die Technik und ihre Grenzen beschreibt die Seite Aufbau.
Light, mild, natürlich
Markenzusätze, die geringere Schädlichkeit suggerierten und seit 2003 EU-weit verboten sind; seit 2016 ist jede Angabe untersagt, die ein Produkt als weniger schädlich, natürlich oder biologisch erscheinen lässt. Der Hintergrund ist die Light-Täuschung: Die niedrigeren Maschinenwerte solcher Zigaretten beruhten auf Ventilation und wurden durch Kompensation aufgehoben. Die Farbcodes der Packungen – Gold, Silber, Blau – haben die Funktion der verbotenen Wörter teilweise übernommen; die Geschichte erzählt die Seite Inhaltsstoffe.
Lungenkarzinom
Lungenkrebs, eine der häufigsten Krebstodesursachen und die wichtigste durch Rauchen verursachte; der weitaus größte Teil der Fälle geht auf das Rauchen zurück. Bis in die 1920er-Jahre war die Krankheit eine Seltenheit; ihr Anstieg folgte dem Zigarettenkonsum mit rund zwei bis drei Jahrzehnten Verzögerung, erst bei Männern, dann bei Frauen. Das Risiko sinkt nach dem Ausstieg über Jahre, erreicht aber das eines Nierauchers nicht mehr ganz.
Master Settlement Agreement
Der 1998 geschlossene Vergleich zwischen den großen US-Zigarettenherstellern und 46 Bundesstaaten, der Klagen auf Erstattung von Gesundheitskosten beendete. Die Konzerne verpflichteten sich zu Zahlungen von mehr als 200 Milliarden Dollar über 25 Jahre, zu Werbeeinschränkungen und zur Offenlegung interner Dokumente. Diese Dokumente – Millionen Seiten, heute öffentlich durchsuchbar – belegen, was die Industrie über Sucht und Krebs wusste und verschwieg; die Seite Geschichte fasst die Prozesse zusammen.
Menthol
Ein aus Pfefferminzöl gewonnener oder synthetischer Aromastoff, der die Kälterezeptoren reizt, die Atemwege leicht betäubt und den Rauch weicher erscheinen lässt. Genau das erleichtert den Einstieg und ein tieferes Inhalieren; Mentholzigaretten galten deshalb als Einstiegsprodukt. In der EU ist Menthol als charakteristisches Aroma seit Mai 2020 verboten – vier Jahre später als andere Aromen, weil der Marktanteil für eine sofortige Umstellung zu groß war.

Praxis: Kein Begriff dieses Glossars bezeichnet eine weniger schädliche Zigarette. Nicht der Filter, nicht die Aktivkohle, nicht die Ventilation, nicht das Slim-Format, nicht der niedrige Maschinenwert – jede dieser Techniken verändert die Messung oder den Geschmack, nicht das Risiko. Die Maßnahme, die das Risiko wirklich senkt, ist der Rauchstopp – oder zumindest der vollständige Verzicht auf Verbrennung –, und auch dafür gibt es ein Vokabular: Schlusspunktmethode, Nikotinersatz, Vareniclin, Verhaltenstherapie.

N–O

Nebenstromrauch
Der Rauch, der zwischen den Zügen von der glimmenden Spitze aufsteigt – im Gegensatz zum Hauptstrom, den die rauchende Person durch Strang und Filter zieht. Er entsteht bei niedrigerer Temperatur und Sauerstoffmangel, weshalb er je Gramm Tabak höhere Konzentrationen vieler Schadstoffe enthält als der Hauptstrom – etwa an Nitrosaminen, Ammoniak und Kohlenmonoxid –, dazu feinere Partikel. Er passiert keinen Filter und ist die Hauptquelle des Passivrauchs; die Seite Inhaltsstoffe vergleicht beide Ströme.
Nichtraucherschutz
In Deutschland ein geteiltes Rechtsgebiet: Der Bund regelt seit 2007 seine eigenen Einrichtungen und den öffentlichen Personenverkehr, die Länder die Gastronomie, Schulen, Krankenhäuser und Behörden – unterschiedlich streng. Bayern, Nordrhein-Westfalen und das Saarland kennen ein nahezu ausnahmsloses Rauchverbot in Gaststätten, andere Länder erlauben Raucherräume oder kleine Raucherkneipen. Am Arbeitsplatz haben Beschäftigte einen Anspruch auf rauchfreie Bedingungen.
Nikotin
Das Hauptalkaloid der Tabakpflanze, benannt nach dem französischen Gesandten Jean Nicot und 1828 in Heidelberg erstmals rein dargestellt. Aus dem Rauch einer Zigarette nimmt der Körper etwa ein bis zwei Milligramm auf; über die Lunge erreicht es das Gehirn innerhalb von Sekunden, bindet an nikotinische Acetylcholinrezeptoren und setzt Dopamin frei; die Halbwertszeit von rund zwei Stunden erklärt den Rhythmus des Rauchens über den Tag. Nikotin ist der Suchtstoff, aber nicht der wichtigste Krankmacher der Zigarette – das sind die Verbrennungsprodukte, wie die Seite Inhaltsstoffe zeigt.
Nikotinbeutel
Kleine Beutel aus Cellulose, Nikotin und Aromen ohne Tabak, die unter die Oberlippe gelegt werden und Nikotin über die Mundschleimhaut abgeben. Sie stammen aus der Tradition des skandinavischen Snus und werden in vielen Ländern verkauft; in Deutschland gelten sie derzeit lebensmittelrechtlich als nicht verkehrsfähig. Als Entwöhnungsmittel sind sie nicht zugelassen und kaum untersucht.
Nikotinersatztherapie
Pflaster, Kaugummi, Lutschtabletten, Mundspray und Inhalator, die Nikotin ohne Rauch zuführen und so den Entzug abfedern, während sich die Gewohnheit löst. Die Produkte sind rezeptfrei erhältlich, seit den 1980er-Jahren erprobt und erhöhen die Chance auf einen dauerhaften Ausstieg nachweislich; die Kombination aus Pflaster und einer schnell wirkenden Form ist wirksamer als jede Einzelform. Die Anwendung beschreibt die Seite Rauchstopp.
Nitrosamine (TSNA)
Tabakspezifische Nitrosamine, die bei Trocknung, Fermentation, Lagerung und Verbrennung aus den Alkaloiden des Tabaks und Nitrit entstehen. Die beiden wichtigsten Vertreter, abgekürzt NNN und NNK, sind als sicher krebserzeugend eingestuft; NNK ist ein besonders potentes Lungenkanzerogen. Nitrosamine kommen auch in rauchlosem Tabak vor, im pasteurisierten schwedischen Snus allerdings in deutlich geringerer Menge als in fermentierten Produkten.
Orienttabak
Sonnengetrockneter Tabak mit kleinen, harzreichen Blättern aus der Türkei, Griechenland, Bulgarien und Nordmazedonien, früher „türkischer Tabak“ genannt. Er ist aromatisch, würzig-süß und nikotinarm und war im 19. Jahrhundert der Tabak der ersten in Europa verbreiteten Fabrikzigaretten. Im American Blend ist sein Anteil klein, sein Beitrag zum Duft groß; reine Orientzigaretten waren bis in die 1950er-Jahre in Deutschland verbreitet, wie die Schwesterseite tabak.org beschreibt.

Praxishinweis zum Nikotinersatz: Das Nikotin aus Pflaster, Kaugummi oder Spray ist nicht das, was an der Zigarette krank macht – die Schäden entstehen durch Kondensat, Kohlenmonoxid und die Gasphase. Unterdosierung ist der typische Fehler – wer mehr als zehn Zigaretten am Tag raucht, braucht in der Regel die stärkere Pflasterstufe plus eine schnelle Form für das Craving. Details zur Auswahl stehen auf der Seite Rauchstopp.

P

Packungsjahre
Die in der Medizin übliche Maßeinheit der Rauchbelastung: Schachteln pro Tag mal Jahre. Zwanzig Packungsjahre entsprechen zwanzig Jahren mit einer Schachtel täglich oder vierzig Jahren mit einer halben. Die Zahl erlaubt eine grobe Abschätzung des Risikos und dient als Zugangskriterium für Früherkennungsprogramme wie das Lungenkrebs-Screening mit Niedrigdosis-Computertomographie.
Papelitos
Die spanischen Vorläufer der Zigarette: Tabakreste, die vom 17. Jahrhundert an in Sevilla und anderen Städten in Papierstreifen gerollt wurden – ein Produkt der Armen, die sich Zigarren nicht leisten konnten. Von Spanien gelangte die Gewohnheit nach Frankreich, wo um 1830 das Wort „cigarette“ entstand. Die frühe Geschichte beschreibt die Seite Geschichte.
Partikelphase
Der sichtbare Teil des Rauchs: winzige Tröpfchen aus kondensierten Verbindungen, die den Nebel bilden und in der Größe lungengängiger Feinstäube liegen. Sie enthält das Nikotin, die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, die Nitrosamine, Metalle und Phenole; ein Filter hält einen Teil davon zurück. Partikelphase minus Wasser und Nikotin ergibt das Kondensat.
Passivrauchen
Das unfreiwillige Einatmen von Tabakrauch aus Nebenstrom und ausgeatmetem Hauptstrom. Passivrauch verursacht bei Nichtrauchern Lungenkrebs, Herzinfarkte und Atemwegserkrankungen, bei Kindern Mittelohrentzündungen, Asthma und den plötzlichen Kindstod; einen unbedenklichen Schwellenwert gibt es nach dem Stand der Forschung nicht. Die Erkenntnis war die wissenschaftliche Grundlage der Rauchverbote der 2000er-Jahre; die Seite Gesundheit fasst die Belege zusammen.
Plain Packaging
Die Einheitsverpackung: Packungen in einer vorgeschriebenen, bewusst unattraktiven Farbe, ohne Logos und Markengestaltung, nur mit dem Markennamen in Standardschrift und den Warnhinweisen. Australien führte sie 2012 als erstes Land ein, Frankreich, Großbritannien und weitere Staaten folgten. Ziel ist, der Packung ihre Werbefunktion zu nehmen; in Deutschland ist die Maßnahme bislang nicht eingeführt.
Polonium-210
Ein radioaktiver Alphastrahler, der über phosphathaltige Düngemittel und den Zerfall von Radon aus der Luft auf die klebrigen Blatthaare des Tabaks gelangt. Beim Rauchen wird er mit den Partikeln eingeatmet und reichert sich an den Verzweigungen der Bronchien an, wo er das Gewebe dauerhaft bestrahlt. Die Industrie kannte das Problem seit den 1960er-Jahren, fand aber keine wirtschaftliche Methode, das Isotop zu entfernen.
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
Eine Stoffklasse aus mehreren hundert Verbindungen, die bei jeder unvollständigen Verbrennung organischen Materials entstehen – im Tabakrauch ebenso wie in Dieselabgasen oder Grillrauch. Ihr bekanntester Vertreter ist Benzo[a]pyren. PAK gehören zur Partikelphase, werden im Körper zu reaktiven Zwischenprodukten umgebaut und sind an der Entstehung von Lungen-, Kehlkopf- und Blasenkrebs beteiligt.
Pyrolyse
Die thermische Zersetzung von Stoffen unter Sauerstoffmangel. In der Zigarette findet sie in der Zone unmittelbar hinter der Glut statt, bei mehreren hundert Grad, und ist die eigentliche Quelle der meisten Rauchbestandteile: Cellulose, Zucker, Proteine und Zusatzstoffe zerfallen dort in Tausende neuer Verbindungen, die mit dem Luftstrom durch den kühleren Strang gezogen werden und kondensieren. Die Seite Inhaltsstoffe erklärt den Vorgang Schritt für Schritt.

R

Rippen
Die Mittel- und Seitenrippen des Tabakblatts, die bei der Aufbereitung vom Blattgewebe getrennt werden. Früher Abfall, werden sie heute gewalzt, geschnitten, expandiert und dem Blend als preiswerter Füllstoff beigemischt oder zu Folientabak verarbeitet. Rippen enthalten weniger Nikotin und Aroma als das Blatt, aber mehr Nitrat, das bei der Verbrennung Stickoxide und Nitrosamine begünstigt.
Rückfall
Die Wiederaufnahme des regelmäßigen Rauchens nach einem Ausstieg; davon unterschieden wird der Ausrutscher, eine einzelne Zigarette ohne Rückkehr zur Gewohnheit. Die meisten Rückfälle geschehen in den ersten Tagen und Wochen, ausgelöst durch Stress, Alkohol, die Gesellschaft anderer Raucher oder die Überzeugung, „eine“ zu vertragen. Die meisten dauerhaft Aussteigenden haben mehrere Anläufe gebraucht; Vorbeugung und Umgang beschreibt die Seite Rauchstopp.
Rückverfolgbarkeit
Das EU-weite System, mit dem seit 2019 jede Zigarettenpackung ein individuelles Erkennungsmerkmal trägt, das den Weg vom Hersteller bis zur letzten Großhandelsstufe dokumentiert. Zusammen mit fälschungssicheren Sicherheitsmerkmalen soll es Schmuggel und Produktfälschungen eindämmen, die dem Fiskus Milliarden entziehen und unversteuerte Ware auf den Markt bringen. In Deutschland vergibt eine staatliche Stelle die Codes.

S

Schlusspunktmethode
Das Aufhören von einem festgelegten Tag an, ohne vorheriges Reduzieren. Sie ist die am besten untersuchte Vorgehensweise, und der Vergleich mit dem schrittweisen Ausschleichen fällt für den Schlusspunkt mindestens gleich gut aus – auch weil das Reduzieren durch Kompensation meist weniger bringt, als es scheint. Vorbereitung, Stopptag und die ersten Wochen beschreibt die Seite Rauchstopp.
Schnittbreite
Die Breite der Tabakfäden nach dem Schneiden, bei Zigarettentabak deutlich unter einem Millimeter. Sie bestimmt Füllkraft, Zugwiderstand und Abbrand: Je feiner der Schnitt, desto größer die Oberfläche und desto schneller die Verbrennung. Steuerrechtlich trennt die Schnittbreite von anderthalb Millimetern den Feinschnitt vom Pfeifentabak.
Snus
Ein feuchter, oral verwendeter Tabak aus Schweden, der unter die Oberlippe gelegt wird; er wird pasteurisiert statt fermentiert und enthält deshalb vergleichsweise wenig Nitrosamine. In der EU ist der Verkauf seit 1992 verboten, nur Schweden hat beim Beitritt eine Ausnahme erhalten. Snus macht abhängig und ist nicht risikofrei, verursacht aber keine Lungenerkrankungen; Schwedens auffällig niedrige Lungenkrebsrate bei Männern wird häufig damit in Verbindung gebracht, dass viele Männer dort Snus statt Zigaretten konsumieren.
Soßierung (Kasing)
Die Behandlung des Tabaks – vor allem des Burley-Anteils – mit einer wässrigen Lösung aus Zucker, Kakao, Lakritz, Feuchthaltemitteln und weiteren Stoffen vor dem Schneiden. Die Soße dringt in das Blatt ein, gleicht den Zuckerverlust der Lufttrocknung aus, mildert den Rauch und macht ihn leichter inhalierbar. Zusammen mit den nach dem Schneiden aufgebrachten Aromen bildet sie den Zusatzstoffanteil, der bei American-Blend-Zigaretten bis zu einem Zehntel des Tabakgewichts ausmachen kann.
Strangmaschine
Das Herz der Zigarettenfabrik: Sie verteilt den Tabak zu einem gleichmäßigen Strom, formt ihn auf einem laufenden Papierband zu einem Endlosstrang, verklebt die Naht und schneidet ihn in Einzellängen; die angeschlossene Filteransetzmaschine fügt mit dem Tipping-Papier den Filter an. Moderne Anlagen erreichen Geschwindigkeiten von über zehntausend Zigaretten pro Minute, überwacht von Sensoren für Gewicht, Durchmesser und Zugwiderstand. Den Ablauf beschreibt die Seite Aufbau.
Surgeon-General-Bericht
Der 1964 veröffentlichte Bericht des obersten Gesundheitsbeamten der Vereinigten Staaten, der in den USA erstmals amtlich feststellte, dass Rauchen Lungenkrebs und chronische Bronchitis verursacht. Er beruhte auf der Auswertung Tausender Studien, verschaffte den Befunden der 1950er-Jahre öffentliche Autorität und führte zu den ersten Warnhinweisen auf US-Packungen. Seither erscheinen regelmäßig Folgeberichte; die Seite Geschichte ordnet die Wende der 1950er- und 1960er-Jahre ein.

T

Trocknung: Virginia in der Scheune – Blick in eine Trocknungsscheune
Trocknung entscheidet über den Tabaktyp: Heißluft fixiert den Blattzucker und liefert den gelben, leicht inhalierbaren Virginia.
Tabakabhängigkeit
Eine anerkannte Suchterkrankung, die in den medizinischen Klassifikationen als eigenständige Diagnose geführt wird. Sie hat eine körperliche Seite – die Anpassung der Rezeptoren im Gehirn an Nikotin und den Entzug bei dessen Fehlen – und eine psychische: die Verknüpfung der Zigarette mit Tausenden von Alltagssituationen, Gefühlen und Ritualen. Beide Seiten müssen beim Ausstieg berücksichtigt werden; den Mechanismus erklärt die Seite Gesundheit.
Tabakerhitzer
Geräte, die einen Tabakstick elektrisch auf einige hundert Grad erwärmen, ohne ihn zu verbrennen, sodass ein nikotinhaltiges Aerosol entsteht. Seit Mitte der 2010er-Jahre auf dem Markt, gelten sie als neuartige Tabakerzeugnisse mit eigenen Melde- und Kennzeichnungspflichten und werden seit 2022 mit einer Zusatzsteuer belegt. Viele Schadstoffe sind im Aerosol deutlich geringer als im Zigarettenrauch, aber nicht verschwunden; unabhängige Langzeitdaten fehlen.
Tabakerzeugnisgesetz
Das deutsche Gesetz von 2016, das die europäische Tabakproduktrichtlinie umsetzt und zusammen mit seiner Verordnung die Regeln für Inhaltsstoffe, Emissionen, Warnhinweise, Verpackung, Werbung, E-Zigaretten und Tabakerhitzer bündelt. Es löste das jahrzehntealte vorläufige Tabakgesetz ab. Die Werbeverbote für Außen- und Kinowerbung wurden 2020 in dieses Gesetz eingefügt; Einzelheiten auf der Seite Recht & Steuer.
Tabakproduktrichtlinie
Die EU-Richtlinie von 2014, seit Mai 2016 anzuwenden, die das Tabakrecht der Mitgliedstaaten vereinheitlicht: Bild-Text-Warnhinweise auf 65 Prozent der Vorder- und Rückseite, Verbot charakteristischer Aromen, Mindestpackungsgröße von 20 Zigaretten, Meldepflichten für Inhaltsstoffe, Rückverfolgbarkeit und erstmals Regeln für E-Zigaretten. Sie ersetzte die Richtlinie von 2001, die bereits die 10-1-10-Grenzwerte und das Verbot von „light“ gebracht hatte. Eine Überarbeitung ist seit Jahren angekündigt.
Tabaksteuer
Eine Verbrauchsteuer des Bundes, verwaltet vom Zoll, die sich bei Zigaretten aus einem Stückanteil und einem Wertanteil am Kleinverkaufspreis zusammensetzt, ergänzt um eine Mindeststeuer. Zusammen mit der Umsatzsteuer macht sie den Großteil des Packungspreises aus; die Einnahmen liegen im zweistelligen Milliardenbereich pro Jahr. Die Sätze steigen seit 2022 in gesetzlich festgelegten Stufen; Steuererhöhungen gelten als wirksamstes Einzelinstrument zur Senkung des Konsums.
Tipping-Papier
Das kräftige, meist korkfarben bedruckte Mundstückpapier, das den Filter umhüllt und ihn mit dem Tabakstrang verbindet. Das Korkmuster erinnert daran, dass frühe Mundstücke tatsächlich mit Kork belegt waren, damit das Papier nicht an den Lippen klebte. Im Tipping sitzen meist auch die per Laser gebohrten Ventilationslöcher, die beim Zug Luft beimischen; wie sie wirken, zeigt die Seite Aufbau.
Trocknung (Curing)
Der Schritt nach der Ernte, der den Charakter des Tabaks festlegt. Heißluft in geschlossenen Scheunen fixiert den Zucker und liefert Virginia; Lufttrocknung im Schatten verbraucht den Zucker und ergibt Burley; Sonnentrocknung erzeugt Orient; Rauchtrocknung über offenem Feuer den dunklen Kentucky-Tabak für Pfeife und Kautabak. Während der Trocknung bilden sich auch die ersten Nitrosamine. Anbau und Verarbeitung beschreibt die Schwesterseite tabak.org.

U–V

Vareniclin
Ein partieller Agonist am nikotinischen Rezeptor, entwickelt als synthetische Weiterentwicklung des Cytisins und seit 2006 zugelassen. Er dämpft Entzugssymptome und nimmt zugleich einer gerauchten Zigarette die gewohnte Wirkung, weil die Bindungsstellen besetzt sind. In Vergleichsstudien ist Vareniclin der wirksamste Einzelwirkstoff der Entwöhnung; nach einem Rückruf wegen Nitrosaminverunreinigungen war er ab 2021 zeitweise nicht verfügbar. Er ist verschreibungspflichtig; Details auf der Seite Rauchstopp.
Ventilation
Winzige, meist per Laser in das Tipping-Papier gebohrte Löcher, durch die beim Zug Umgebungsluft in den Rauchstrom gelangt. Die Verdünnung senkt die Maschinenwerte für Kondensat, Nikotin und Kohlenmonoxid erheblich, ohne dass die Zigarette weniger Schadstoffe erzeugt; werden die Löcher von Lippen oder Fingern verdeckt, ist der Effekt dahin. Die Ventilation war das technische Fundament der „Light“-Zigaretten und ist der Grund, warum das Intense-Regime die Löcher abklebt.
Verhaltenstherapie
Die psychologische Unterstützung beim Rauchstopp, einzeln oder in der Gruppe: Analyse der Auslösesituationen, Einüben von Alternativen, Umgang mit Rückfällen, Stärkung der Motivation. Sie erhöht die Erfolgsaussichten für sich genommen und noch stärker in Kombination mit Nikotinersatz oder Medikamenten. Zertifizierte Kurse werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst; die Seite Rauchstopp beschreibt die Angebote.
Virginia
Der heißluftgetrocknete („flue-cured“) Tabak, auch Bright genannt, mit zitronengelben bis orangen Blättern und hohem Zuckergehalt. Sein leicht saurer, süßlicher Rauch lässt sich vergleichsweise mühelos inhalieren – die Eigenschaft, die den Aufstieg der Zigarette ermöglichte, weil das Nikotin so über die Lunge aufgenommen wird. Die Trocknungsmethode entstand in den 1830er-Jahren in North Carolina; heute wird Virginia weltweit angebaut, vor allem in China, Brasilien, Indien und den USA.
TabaktypTrocknungZucker / NikotinRolle in der Zigarette
Virginia (Bright)Heißluft in geschlossenen Scheunen, wenige Tagezuckerreich, mittlerer NikotingehaltGrundgerüst des Blends; saurer, leicht inhalierbarer Rauch
BurleyLuft im Schatten, mehrere Wochenfast zuckerfrei, höherer NikotingehaltTräger der Soßierung; Körper und Fülle
OrientSonne, kleine Blätter auf Schnürenzuckerhaltig, nikotinarmWürze und Duft in kleinem Anteil
Kentucky (dark fire-cured)Rauch über offenem Feuerzuckerarm, nikotinreichkaum in Zigaretten; Pfeife, Kautabak, Snus

W

Warnhinweise
Seit 2016 tragen Packungen in der EU kombinierte Bild-Text-Warnhinweise, die 65 Prozent der Vorder- und Rückseite bedecken; auf der Seitenfläche steht der allgemeine Hinweis auf Nikotin und Abhängigkeit. Textwarnungen gibt es in Deutschland seit den 1980er-Jahren, deutlich vergrößerte seit 2003. Die Angaben zu Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid wurden 2016 gestrichen, weil sie den Eindruck erweckten, eine Zigarette mit niedrigeren Werten sei weniger schädlich.
Werbeverbot
In Deutschland ist Zigarettenwerbung schrittweise verschwunden: aus Hörfunk und Fernsehen seit Mitte der 1970er-Jahre, aus Presse und Internet mit der Umsetzung der EU-Werberichtlinie 2007, aus dem Kino bei Filmen unter 18 seit 2021 und von Plakatwänden seit 2022; für Tabakerhitzer und E-Zigaretten folgten die Außenwerbeverbote gestaffelt. Erlaubt bleiben im Kern die Präsentation am Verkaufsort und Fachmedien des Handels. Die Werbegeschichte erzählt die Seite Geschichte.

Z

Zigarettenpapier
Eine hauchdünne, hochporöse Papiersorte aus Flachs-, Hanf- oder Holzzellstoff mit Kreide als Füllstoff, die das Papier weiß macht und den Abbrand mitsteuert, und mit Citraten als Brandregulatoren. Es muss geruchsneutral verbrennen, eine gleichmäßige Asche bilden und sich sauber verkleben lassen; seine Porosität – die in Coresta-Einheiten gemessene Luftdurchlässigkeit – ist neben der Ventilation das wichtigste Stellrad für die Maschinenwerte. Zigarettenpapier ist ein Spezialprodukt weniger Hersteller weltweit; mehr auf der Seite Aufbau.
Zigarettenwährung
Die Rolle der Zigarette als Ersatzgeld in Kriegs- und Nachkriegszeiten, am bekanntesten in Deutschland zwischen 1945 und der Währungsreform 1948, als amerikanische Zigaretten auf dem Schwarzmarkt als Zahlungsmittel dienten. Die Zigarette eignete sich, weil sie haltbar, teilbar, knapp und allgemein begehrt war – die klassischen Eigenschaften einer Währung. Die Seite Geschichte erzählt die Episode.
Zigarre
Ein gerolltes Tabakprodukt aus fermentierten Blättern – Einlage, Umblatt und Deckblatt –, dessen alkalischer Rauch üblicherweise nicht inhaliert wird; das Nikotin gelangt über die Mundschleimhaut in den Körper. Zigarrenrauch enthält viele Schadstoffe je Gramm Tabak in höherer Konzentration als Zigarettenrauch, die Belastung hängt aber stark vom Konsummuster ab; Krebs der Mundhöhle, des Rachens und der Speiseröhre sind die typischen Risiken. Herstellung und Kultur beschreiben kubanische-zigarren.org und kubanischezigarren.org.
Zugwiderstand
Der Unterdruck, der nötig ist, um einen definierten Luftstrom durch die Zigarette zu ziehen, gemessen in Millimetern Wassersäule oder Pascal; typische Werte liegen in der Größenordnung von hundert Millimetern Wassersäule. Er ergibt sich aus Tabakdichte, Filter, Papierporosität und Ventilation und wird in der Produktion laufend kontrolliert. Ein zu hoher Widerstand wird als „schwerer Zug“ empfunden, ein zu niedriger als „leer“.
Zusatzstoffe
Alle Stoffe, die Tabak, Papier oder Filter außer dem Tabak selbst zugesetzt werden: Zucker, Feuchthaltemittel, Aromen, Konservierungsmittel, Kleber, Brandregulatoren, Weichmacher. In der EU sind sie erlaubt, sofern sie kein charakteristisches Aroma erzeugen und die Nikotinaufnahme nicht erleichtern; Vitamine, Koffein und Farbstoffe sind verboten, alle übrigen müssen mit Mengen gemeldet werden, und die Listen sind öffentlich. Welche Stoffe warum verwendet werden, erklärt die Seite Inhaltsstoffe.
KenngrößeEinheitWas sie beschreibt
Kondensat, Nikotin, Kohlenmonoxidmg je ZigaretteMaschinenemission nach ISO-Verfahren; Grenzwerte 10-1-10
Zugwiderstandmm Wassersäule, PascalUnterdruck bei definiertem Luftstrom durch die Zigarette
PapierporositätCoresta-EinheitenLuftdurchlässigkeit des Zigarettenpapiers
VentilationsgradProzentAnteil der beim Zug beigemischten Umgebungsluft
SchnittbreiteMillimeterBreite der Tabakfäden; steuerliche Grenze bei 1,5 mm
Kohlenmonoxid in der AusatemluftppmSchnelltest der aktuellen Rauchbelastung
Cotininng/ml in Blut, Urin, SpeichelBiomarker der Nikotinaufnahme über Tage
PackungsjahreSchachteln pro Tag × JahreKumulierte Rauchbelastung in der Medizin
Fagerström-WertPunkte 0–10Stärke der Nikotinabhängigkeit

Ziffern

10-1-10
Die seit 2004 in der EU geltenden Emissionshöchstwerte je Zigarette: 10 Milligramm Kondensat, 1 Milligramm Nikotin, 10 Milligramm Kohlenmonoxid, gemessen nach dem ISO-Verfahren. Die Werte begrenzen die Maschinenemission, nicht die tatsächliche Aufnahme; wegen Ventilation und Kompensation sagen sie über das Risiko einer Marke wenig aus, und seit 2016 stehen sie nicht mehr auf der Packung. Mehr dazu auf der Seite Inhaltsstoffe.
20 Stück
Die Mindestpackungsgröße für Zigaretten, die die Tabakproduktrichtlinie vorschreibt; für Feinschnitt gilt eine Mindestmenge von 30 Gramm. Kleinere Packungen waren zuvor vor allem bei Jugendlichen beliebt, weil sie die Preishürde des Einstiegs senkten. Die Regel zeigt, wie Verpackungsrecht und Jugendschutz ineinandergreifen; den Überblick gibt die Seite Recht & Steuer.