Inhaltsstoffe der Zigarette

Bei den Inhaltsstoffen einer Zigarette muss man drei Ebenen auseinanderhalten: was im Tabakblatt von Natur aus steckt, was bei der Herstellung zugesetzt wird – und was erst in der Glut bei der Verbrennung entsteht. Die gefährlichste Ebene ist die dritte: Der Rauch enthält mehrere tausend Verbindungen, von denen etliche Dutzend nachweislich Krebs erzeugen. Diese Seite geht alle drei Ebenen systematisch durch, erklärt die wichtigsten Einzelstoffe mit ihrer Wirkung, zeigt, wie Rauch im Labor gemessen wird und warum die Zahlen auf Packungen jahrzehntelang mehr verschleiert als erklärt haben – bis hin zur Geschichte der „Light“-Zigarette.

Inhalt

  1. Drei Ebenen: Blatt, Zusatz, Verbrennung
  2. Was im Tabakblatt steckt
  3. Nikotin: Aufnahme, Wirkung, Abhängigkeit
  4. Zusatzstoffe: Was, warum und in welchen Grenzen
  5. Aus Blatt wird Rauch: Verbrennung und Pyrolyse
  6. Partikelphase und Gasphase
  7. Die wichtigsten Einzelstoffe
  8. Hauptstrom, Nebenstrom, Passivrauch
  9. Wie Rauch gemessen wird: die Maschinenmessung
  10. Warum Maschinenwerte trügen
  11. Die „Light“-Täuschung: eine Geschichte
  12. Grenzwerte: 10-1-10 und was sie bedeuten
  13. Papier, Filter und die Frage nach dem Müll
  14. Zigarette, Feinschnitt, Zigarre, Kräuterzigarette: Unterschiede im Rauch
  15. Was aus alldem folgt

Drei Ebenen: Blatt, Zusatz, Verbrennung

Die Frage „Was ist in einer Zigarette drin?“ hat je nach Ebene eine andere Antwort. Auf der ersten Ebene steht das getrocknete Tabakblatt mit seinen natürlichen Pflanzenstoffen – vor allem dem Alkaloid Nikotin, daneben Zucker, Proteine, Säuren, Mineralstoffe und Spuren dessen, was die Pflanze aus dem Boden aufgenommen hat. Auf der zweiten Ebene stehen die Zusatzstoffe, mit denen Hersteller die Mischung abrunden, den Tabak feucht halten und den Rauch weicher machen. Auf der dritten Ebene steht der Rauch selbst: ein Aerosol aus Tröpfchen und Gasen, das in der Glut aus allem entsteht, was vorher im Strang steckte.

Diese Trennung erklärt, warum Diskussionen über Zigaretten so oft aneinander vorbeilaufen. Wer nur auf das Blatt schaut, findet ein Naturprodukt mit einem Suchtstoff. Wer auf die Zusatzstoffe schaut, findet Lebensmittelzutaten wie Zucker, Kakao und Glycerin und fragt sich, was daran gefährlich sein soll. Erst wer auf den Rauch schaut, sieht das eigentliche Problem: Bei der Verbrennung organischen Materials entstehen zwangsläufig Stoffe, die es im Blatt nie gab – Kohlenmonoxid, polyzyklische Kohlenwasserstoffe, Aldehyde, Blausäure. Die Zigarette ist deshalb weniger ein Problem ihrer Zutaten als ein Problem des Verbrennens und Inhalierens.

Gleichzeitig hängen die Ebenen zusammen: Der Zucker der zweiten Ebene wird in der Glut zu Acetaldehyd, das Nitrat der ersten Ebene zu Stickoxiden und Nitrosaminen, das Glycerin zu Acrolein. Was in den Rauch gelangt, ist eine Funktion des Blatts, der Rezeptur, des Papiers, des Filters – und, wie sich zeigen wird, ganz wesentlich des Menschen, der zieht. Wer die Bauteile der Zigarette kennt, hat die Landkarte; diese Seite füllt sie mit Chemie.

Was im Tabakblatt steckt

Das Zigarettenblatt stammt fast ausschließlich von Nicotiana tabacum, einem Nachtschattengewächs wie Kartoffel und Tomate. Wie die Pflanze wächst, getrocknet und fermentiert wird, beschreibt die Schwesterseite tabak.org; hier geht es um das, was am Ende im Strang liegt. Ein getrocknetes Tabakblatt besteht zum größten Teil aus Cellulose, Pektin, Lignin und anderen Gerüststoffen; dazu kommen Zucker, Proteine und Aminosäuren, organische Säuren wie Äpfel- und Zitronensäure, Polyphenole, Wachse, Terpene, Mineralstoffe – und die Alkaloide.

Nikotin und die kleineren Alkaloide

Nikotin ist das prägende Alkaloid und macht in gängigen Zigarettentabaken meist im Bereich von ein bis drei Prozent des Trockengewichts aus. Die Pflanze bildet es in den Wurzeln und lagert es in den Blättern ein – als Fraßgift gegen Insekten, denn Nikotin ist ein wirksames Nervengift. Daneben enthält das Blatt in deutlich geringeren Mengen die verwandten Alkaloide Nornicotin, Anatabin und Anabasin – für die Wirkung eine Nebenrolle, chemisch aber wichtig: Aus Nikotin und Nornicotin entstehen während Trocknung und Lagerung die tabakspezifischen Nitrosamine, die zu den potentesten Krebserregern des Rauchs gehören.

Zucker, Proteine, Nitrat

Wie viel Zucker ein Blatt enthält, hängt vor allem von der Sorte und der Trocknung ab. Virginia-Tabak wird in Heißluft rasch getrocknet („flue-cured“); dabei bleibt ein hoher Anteil natürlicher Zucker im Blatt, was ihm die helle Farbe und den milden, leicht süßlichen Charakter gibt. Burley wird an der Luft getrocknet; dabei bauen sich die Zucker fast vollständig ab, während Proteine und vor allem Nitrat in höherer Konzentration zurückbleiben. Diese Unterschiede prägen den Rauch: Zuckerreicher Tabak liefert einen eher sauren, milden Rauch, nitratreicher Tabak mehr Stickoxide und Nitrosamine. Orient-Tabake, sonnengetrocknet und kleinblättrig, bringen vor allem aromatische Öle und Säuren in die Mischung. Eine Übersicht der Sorten bietet tabak.org.

Was aus dem Boden kommt

Die Tabakpflanze nimmt aus Boden und Dünger bereitwillig Schwermetalle auf, allen voran Cadmium, daneben Blei, Arsen, Nickel und Chrom. Cadmium reichert sich in den Blättern an, und ein nennenswerter Teil davon geht beim Rauchen in Haupt- und Nebenstromrauch über. Mit den Phosphatdüngern gelangen zudem radioaktive Zerfallsprodukte des Urans in die Pflanze, vor allem Polonium-210 und Blei-210; ein Teil davon lagert sich auch aus der Luft auf den klebrigen Blatthärchen ab. Die absolute Strahlendosis ist umstritten; unstrittig ist, dass die Tabakindustrie das Problem seit den 1960er Jahren kannte und intern diskutierte, ohne es öffentlich zu machen. Ebenfalls im Blatt: Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, je nach Anbauland und Kontrollen.

Nikotin: Aufnahme, Wirkung, Abhängigkeit

Nikotin ist der Grund, warum Zigaretten geraucht werden, und zugleich der Stoff, der am häufigsten missverstanden wird. In den beim Rauchen aufgenommenen Mengen ist Nikotin nicht der Krebserreger – es ist der Stoff, der dafür sorgt, dass man den krebserregenden Rauch immer wieder inhaliert.

Vom Rauch ins Gehirn

Ein Zigarettenstrang enthält in der Größenordnung von zehn Milligramm Nikotin. Beim Rauchen geht nur ein Teil davon in den Hauptstromrauch über, der Rest verglimmt zwischen den Zügen oder bleibt im Stummel; der Körper nimmt typischerweise etwa ein bis zwei Milligramm je Zigarette auf. Entscheidend ist weniger die Menge als die Geschwindigkeit: Aus der riesigen Oberfläche der Lungenbläschen geht Nikotin fast vollständig ins Blut über und erreicht mit dem arteriellen Blutstrom in wenigen Sekunden das Gehirn – schneller als nach einer Injektion in die Vene. Dort bindet es an nikotinische Acetylcholinrezeptoren und löst die Ausschüttung von Dopamin und anderen Botenstoffen aus. Der Effekt ist mild, aber schnell und zuverlässig: leichte Wachheit, Konzentration, Dämpfung von Unruhe und Hunger.

Nikotin wird in der Leber rasch abgebaut, überwiegend zu Cotinin; die Halbwertszeit im Blut liegt bei rund zwei Stunden. Diese Kombination aus schnellem Anfluten und schnellem Abklingen macht die Zigarette zum idealen Suchtvehikel: Der Spiegel muss immer wieder aufgefüllt werden, und jeder Zug ist eine kleine, sofort belohnte Dosis – bei einer Schachtel am Tag mehrere hundert. Cotinin bleibt deutlich länger nachweisbar als Nikotin und dient deshalb als Standardmarker für die tatsächliche Nikotinaufnahme eines Menschen – ein Werkzeug, das bei der Frage nach den „leichten“ Zigaretten noch wichtig wird.

Warum die Zigarette so gut abhängig macht

Das Gehirn passt sich an: Die Zahl der nikotinischen Rezeptoren nimmt zu, die Wirkung schwächt sich ab, und ohne Nachschub treten Entzugssymptome auf – Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, gedrückte Stimmung, Verlangen. Die Zigarette liefert Nikotin aber nicht allein; im Rauch stecken Stoffe, die die Suchtwirkung verstärken: Acetaldehyd, das aus Zucker und Cellulose entsteht, potenziert im Tierversuch die verstärkende Wirkung von Nikotin, und β-Carboline wie Harman und Norharman hemmen das Enzym Monoaminoxidase, das Dopamin abbaut; bei Rauchenden ist die Aktivität dieses Enzyms im Gehirn messbar vermindert. Hinzu kommt die Konditionierung: Griff, Flamme, Geschmack, Kratzen im Hals und das Ritual selbst werden zu Signalen, die Verlangen auslösen. Deshalb wirken Nikotinersatzprodukte oft schwächer als erwartet – sie liefern den Stoff, aber nicht das Tempo und nicht das Ritual. Mehr dazu auf den Seiten Gesundheit und Rauchstopp.

Säure, Base und die Frage des Inhalierens

Ob Nikotin gut aufgenommen wird, hängt vom pH-Wert des Rauchs ab. In saurem Rauch liegt Nikotin überwiegend als geladenes Salz vor, das die Mundschleimhaut kaum passiert – es muss bis in die Lunge inhaliert werden. In alkalischem Rauch liegt es als freie Base vor, die schon im Mund ins Blut übergeht. Zuckerreicher Virginia-Tabak und die klassische American-Blend-Mischung ergeben einen sauren Rauch, der zum Inhalieren zwingt; luftgetrockneter Zigarren- und Pfeifentabak ergibt einen alkalischen Rauch, den man nicht inhaliert. Das ist der chemische Grund, warum Zigarrenraucher „paffen“ und Zigarettenraucher tief einatmen. Dahinter steht auch eine der langlebigsten Kontroversen der Zigarettenindustrie: Ammoniumverbindungen als Zusatz können den Anteil freien Nikotins im Rauch erhöhen und so den „Kick“ verstärken – interne Dokumente, die in den 1990er Jahren öffentlich wurden, belegen, dass Hersteller das seit Jahrzehnten wussten und gezielt nutzten.

Zusatzstoffe: Was, warum und in welchen Grenzen

Kaum ein Zigarettentabak wird geraucht, wie er vom Feld kommt. Insbesondere die weltweit dominierende American-Blend-Mischung aus Virginia, Burley und Orient wird bei der Herstellung „gesoßt“ und aromatisiert. Der Anteil der Zusatzstoffe am Tabakgewicht reicht je nach Marke von praktisch null bei einigen reinen Virginia-Zigaretten bis zu mehreren Prozent bei stark gesoßten Blends. Zusatzstoffe haben technische Funktionen (Feuchte, Verarbeitbarkeit, Brennverhalten), sensorische (Geschmack, Milde) und – das ist der eigentliche Streitpunkt – solche, die das Inhalieren erleichtern oder den Einstieg attraktiver machen.

Soße und Topflavour

Die Soße („Casing“) wird vor dem Schneiden auf den Tabak gesprüht, vor allem auf den zuckerarmen Burley. Sie besteht typischerweise aus Zuckern (Saccharose, Glukose, Invertzucker), Kakao, Lakritz und Feuchthaltemitteln. Zucker gleicht den herben Burley aus, karamellisiert beim Rauchen und bildet dabei Aromastoffe; zugleich säuert er den Rauch an, macht ihn weicher und mildert das Kratzen – was tieferes Inhalieren erleichtert. Kakao enthält Theobromin, das die Bronchien leicht weiten kann; Lakritz liefert mit Glycyrrhizin Süße und hält Feuchtigkeit. Das Topflavour kommt als letzter Schritt vor dem Verpacken auf den geschnittenen Tabak: eine alkoholische Lösung mit Aromastoffen wie Vanillin, Fruchtestern oder Pflanzenextrakten, in kleinen Mengen, aber prägend für das Markenprofil.

Feuchthaltemittel

Glycerin und Propylenglykol halten den Tabak geschmeidig, damit er beim Schneiden und in der Maschine nicht bricht und die Zigarette nicht austrocknet. Beide sind als Lebensmittelzusatzstoffe unbedenklich – aber sie werden hier nicht gegessen, sondern verbrannt. Glycerin zersetzt sich in der Glut unter anderem zu Acrolein, einem der aggressivsten Reizstoffe des Rauchs; Propylenglykol liefert Formaldehyd und Acetaldehyd. Dieser Unterschied zwischen „unbedenklich als Zutat“ und „problematisch in der Pyrolyse“ ist der Kern der Zusatzstoffdebatte.

Menthol

Menthol ist der bekannteste Zusatzstoff mit eigener Geschichte. Es aktiviert Kälterezeptoren der Schleimhäute und erzeugt so ein Kühlgefühl, betäubt leicht und dämpft den Hustenreiz. Der Rauch fühlt sich weicher an, obwohl er chemisch derselbe ist; das erleichtert Einsteigern das Inhalieren und erschwert erfahrenen Rauchenden nach der Studienlage den Ausstieg. Deshalb hat die EU Mentholzigaretten mit dem Verbot „charakteristischer Aromen“ erfasst; nach einer Übergangsfrist ist Menthol als prägendes Aroma seit Mai 2020 verboten. Ähnliche Diskussionen gibt es über Vanillin, Kakao und Süßungsmittel.

Ammonium, rekonstituierter Tabak, expandierter Tabak

Ein Teil des Zigarettentabaks ist kein Blatt mehr, sondern rekonstituierter Tabak: Stängel, Rippen und Tabakstaub werden zu einer Art Papier verarbeitet, dem sich beliebige Stoffe zusetzen lassen. Bindemittel wie Diammoniumphosphat gehören dazu – der Ausgangspunkt der Ammoniak-Debatte, weil Ammoniak den Rauch alkalischer macht und mehr freies Nikotin freisetzt. Expandierter Tabak wird mit Kohlendioxid aufgebläht, füllt mehr Volumen mit weniger Gewicht und senkt so Teer- und Nikotinwerte je Zigarette – bei der Maschinenmessung, wohlgemerkt. Beides hat die Zigarette billiger und in den Messwerten „leichter“ gemacht.

Zusatzstoffe in Papier und Filter

Auch die Hülle ist eine Rezeptur. Das Zigarettenpapier aus Flachs- und Holzcellulose enthält Calciumcarbonat als Füllstoff sowie Citrate als Brennregulatoren für gleichmäßiges Glimmen; der Filter aus Celluloseacetat wird mit Triacetin als Weichmacher gebunden. Aromastoffe in Filtern, Papieren oder Kapseln sind in der EU verboten. Mehr zu den Bauteilen auf der Seite Aufbau.

Wie Zusatzstoffe reguliert werden

Bis zur europäischen Harmonisierung führte Deutschland mit der Tabakverordnung von 1977 eine Positivliste zulässiger Zusatzstoffe – nur was darauf stand, durfte in den Tabak. Die heutige Grundlage ist die EU-Tabakproduktrichtlinie von 2014, in Deutschland umgesetzt im Tabakerzeugnisgesetz und der Tabakerzeugnisverordnung. Sie arbeitet mit drei Instrumenten. Erstens einer Meldepflicht: Hersteller müssen für jede Marke alle Inhaltsstoffe mit Mengen und Funktion an ein zentrales EU-Meldesystem übermitteln; die Behörden veröffentlichen die Listen. Zweitens Verboten: Untersagt sind Zusatzstoffe, die den Eindruck eines gesundheitlichen Nutzens erwecken (etwa Vitamine), die mit Energie und Vitalität verbunden werden (Koffein, Taurin), die die Emissionen färben, die das Inhalieren oder die Nikotinaufnahme erleichtern, und Stoffe, die schon in unverbrannter Form krebserzeugend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend sind. Drittens dem Verbot charakteristischer Aromen: Eine Zigarette darf nicht deutlich nach etwas anderem als Tabak schmecken. Für fünfzehn besonders verbreitete oder umstrittene Zusatzstoffe – darunter Kakao, Glycerin, Propylenglykol, Menthol, Lakritz, Sorbit und Diacetyl – gilt eine erweiterte Berichtspflicht mit umfassenden, unabhängig begutachteten Studien zu Toxizität, Suchtwirkung und Pyrolyseprodukten. Die übrigen Vorschriften behandelt die Seite Recht & Steuer.

Hinweis zur Einordnung: „Ohne Zusatzstoffe“ bedeutet nicht „weniger schädlich“. Auch reiner, unbehandelter Tabak liefert beim Verbrennen Teer, Kohlenmonoxid, Nitrosamine und Benzol in derselben Größenordnung. Genau deshalb dürfen Packungen in der EU nicht mehr mit dem Fehlen von Zusatzstoffen werben – die Aussage ist wahr und irreführend zugleich.

Aus Blatt wird Rauch: Verbrennung und Pyrolyse

Glutzone im Makro – Nahaufnahme einer glimmenden Zigarettenspitze vor dunklem Hintergrund
In der Glutzone herrschen beim Zug über 800 °C – der größte Teil des Rauchs entsteht jedoch in der kühleren Pyrolysezone dahinter.

Eine brennende Zigarette ist ein kleiner chemischer Reaktor mit mehreren Zonen. Ganz vorn sitzt die Glutzone, in der Kohlenstoff mit dem Sauerstoff der angesaugten Luft verbrennt; beim Zug erreicht sie Temperaturen deutlich über 800 °C, zwischen den Zügen sinkt sie auf mehrere hundert Grad ab. Direkt dahinter liegt die Pyrolyse- und Destillationszone: zu heiß, um unverändert zu bleiben, aber zu sauerstoffarm, um zu verbrennen. Tabakbestandteile zersetzen sich, Nikotin und Aromastoffe verdampfen, Zucker karamellisieren und zerfallen, Proteine spalten sich in stickstoffhaltige Bruchstücke. Der größte Teil dessen, was im Hauptstromrauch landet, entsteht in dieser Zone – nicht in der Glut selbst.

Die heißen Gase und Dämpfe werden beim Zug durch den kühleren Rest des Tabakstrangs gesaugt. Dort kühlen sie innerhalb von Millisekunden ab, und die weniger flüchtigen Verbindungen kondensieren zu winzigen Tröpfchen – das Aerosol entsteht. Ein Teil davon schlägt sich auf dem noch unverbrannten Tabak nieder und wird beim nächsten Zug erneut verdampft. Deshalb liefert das letzte Drittel einer Zigarette je Zug deutlich mehr Teer und Nikotin als das erste: Der Strang wirkt wie ein Filter, der sich beim Weiterrauchen selbst entleert. Rauchmaschinen stoppen deshalb bei einer festgelegten Stummellänge – und Menschen, die „bis zum Filter“ rauchen, nehmen überproportional viel auf.

Zwischen den Zügen glimmt die Zigarette mit weniger Luft und bei niedrigerer Temperatur weiter; der dabei entstehende Nebenstromrauch ist chemisch anders zusammengesetzt als der Hauptstrom – dazu weiter unten mehr.

Wie viele Stoffe im Rauch stecken, hängt davon ab, wie genau man hinsieht. Die Literatur nennt inzwischen deutlich über 7000 identifizierte Verbindungen, der weitaus größte Teil davon in winzigen Spuren. Für die Gesundheit maßgeblich ist eine deutlich kürzere Liste: Der Tabakchemiker Dietrich Hoffmann stellte in den 1990er Jahren rund vierzig besonders relevante Rauchbestandteile zusammen, die bis heute als „Hoffmann-Analyten“ die Grundlage der Rauchanalytik bilden; die amerikanische Arzneimittelbehörde führt eine Liste von 93 „schädlichen und potenziell schädlichen Bestandteilen“. Etwa siebzig Substanzen des Rauchs gelten als nachgewiesen oder wahrscheinlich krebserzeugend. Der Rauch ist also nicht deshalb gefährlich, weil er „Tausende Chemikalien“ enthält – das tut Kaffeeduft auch –, sondern weil einige Dutzend davon in relevanter Menge Krebs erzeugen, Gefäße schädigen oder Atemwege reizen.

Partikelphase und Gasphase

Partikel und Gas – Halbrealistische wissenschaftliche Illustration eines Zigarettenquerschnitts
Rauch ist ein Aerosol: Tröpfchen der Partikelphase (Teer, Nikotin) schweben in der Gasphase (Kohlenmonoxid, Aldehyde, Blausäure) – der Filter hält nur einen Teil der Tröpfchen zurück.

Rauch ist ein Aerosol: feinste Flüssigkeitströpfchen, die in einem Gasgemisch schweben. Die Rauchchemie teilt ihn in zwei Phasen, und die Trennlinie ist praktisch definiert – durch das, was ein Glasfaserfilter zurückhält. Der Cambridge-Filter, Standardbauteil jeder Rauchmaschine, hält Partikel oberhalb von Bruchteilen eines Mikrometers nahezu vollständig zurück. Was auf dem Filter bleibt, ist die Partikelphase; was hindurchgeht, die Gasphase. Die Tröpfchen des Zigarettenrauchs sind mit Durchmessern von einigen Zehntel Mikrometern so klein, dass sie bis in die Lungenbläschen vordringen und dort zu einem erheblichen Teil abgeschieden werden.

Die Partikelphase trägt das Nikotin, das Wasser und den Teer – die Sammelbezeichnung für den Rest: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, tabakspezifische Nitrosamine, aromatische Amine, Phenole, Metalle und tausende weitere Verbindungen. Sie macht gewichtsmäßig nur einen kleinen Teil des Rauchs aus, trägt aber die meisten der starken Kanzerogene. Die Gasphase ist der größere Teil des Rauchs nach Masse: neben Stickstoff, Sauerstoff und Kohlendioxid aus Luft und Verbrennung vor allem Kohlenmonoxid, flüchtige Aldehyde wie Formaldehyd, Acetaldehyd und Acrolein, Blausäure, Stickoxide, Ammoniak, Benzol, 1,3-Butadien und flüchtige Nitrosamine. Manche Stoffe liegen dazwischen: semiflüchtige Verbindungen wie Phenol oder Pyridin verteilen sich je nach Temperatur auf beide Phasen.

Die Unterscheidung hat drei praktische Folgen. Erstens erklärt sie, warum ein herkömmlicher Filter nur begrenzt hilft: Celluloseacetat hält einen Teil der Tröpfchen zurück, lässt die Gasphase aber nahezu ungehindert passieren – Kohlenmonoxid, Blausäure und die flüchtigen Aldehyde erreichen die Lunge, als gäbe es keinen Filter. Zweitens erklärt sie die Geschichte der Grenzwerte: „Teer“ ist eine Größe der Partikelphase, und jahrzehntelang schaute die Regulierung fast nur auf sie. Drittens erklärt sie, warum die Gasphase in der Risikobewertung an Bedeutung gewonnen hat: Rechnet man die Rauchbestandteile nach Menge und Potenz durch, landen Gasphasenstoffe wie 1,3-Butadien, Acrolein und Acetaldehyd regelmäßig weit vorn.

StoffPhaseHauptquelleWichtigste Wirkung
NikotinPartikelAlkaloid des BlattsAbhängigkeit, Herz-Kreislauf-Belastung
Teer (Kondensat)PartikelPyrolyse aller organischen BestandteileTräger der meisten Kanzerogene
Benzo[a]pyren und andere PAKPartikelunvollständige Verbrennungkrebserzeugend (Lunge, Kehlkopf)
NNK, NNN (tabakspezifische Nitrosamine)PartikelNitrosierung der Alkaloide bei Trocknung und Lagerung, teils in der Glutkrebserzeugend (Lunge, Mundhöhle, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse)
Aromatische Amine (4-Aminobiphenyl, 2-Naphthylamin)PartikelVerbrennung stickstoffhaltiger VerbindungenHarnblasenkrebs
Cadmium, Blei, ArsenPartikelBoden, Dünger, Pflanzenschutzkrebserzeugend, Nieren- und Gefäßschäden
Polonium-210PartikelPhosphatdünger, LuftAlphastrahler in den Bronchien
KohlenmonoxidGasunvollständige Verbrennung von Tabak und PapierSauerstoffmangel, Gefäßschäden
AcetaldehydGasZucker, CelluloseReizstoff, verstärkt die Suchtwirkung
FormaldehydGasZucker, Feuchthaltemittel, CelluloseReizstoff, krebserzeugend
AcroleinGasGlycerin, Zucker, Fettestarker Reizstoff, lähmt Flimmerhärchen, Gefäßschäden
BlausäureGasProteine, Aminosäuren, NitratZellgift, schädigt Flimmerhärchen
BenzolGasPyrolysekrebserzeugend (Leukämie)
1,3-ButadienGasPyrolysekrebserzeugend
StickoxideGasNitrat des BlattsReizstoff, Vorstufe von Nitrosaminen
AmmoniakGasProteine, ZusatzstoffeReizstoff, erhöht den Anteil freien Nikotins

Die wichtigsten Einzelstoffe

Die folgenden Abschnitte gehen die Stoffgruppen durch, die in der toxikologischen Bewertung des Rauchs immer wieder ganz vorn stehen – nach Menge, nach Potenz oder nach beidem: jeweils mit Herkunft, Wirkung und Schadensmechanismus.

Teer: das Kondensat

„Teer“ ist kein Stoff, sondern eine Messgröße: das, was vom Rauch auf dem Cambridge-Filter zurückbleibt, abzüglich Wasser und Nikotin – im Fachjargon „nikotinfreies Trockenkondensat“. Der Name stammt aus einer Zeit, in der man das braun-klebrige Kondensat im Labor auf Mäusehaut auftrug und dort Tumoren erzeugte; diese Versuche der 1950er Jahre gehörten zu den ersten experimentellen Belegen für die Krebswirkung des Rauchs. Teer ist die Fraktion, in der die meisten starken Kanzerogene sitzen, und das, was sich sichtbar in Lungen, an Wänden und in Filtern ablagert. Als Kenngröße ist er grob: Zwei Zigaretten mit gleichem Teerwert können je nach Tabakmischung und Rezeptur sehr unterschiedliche Mengen einzelner Kanzerogene liefern.

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

PAK entstehen, wo organisches Material unvollständig verbrennt – im Grillfeuer, im Dieselmotor, in der Zigarettenglut. Ihr Leitstoff ist Benzo[a]pyren, das im Hauptstromrauch einer Zigarette im Nanogrammbereich vorkommt. Das klingt wenig, aber Benzo[a]pyren gehört zu den potentesten Kanzerogenen überhaupt: Der Körper wandelt es über seine Entgiftungsenzyme in ein reaktives Epoxid um, das sich fest an die DNA bindet. Die dabei entstehenden Addukte verursachen charakteristische Mutationen – und genau dieses Mutationsmuster findet man gehäuft im Tumorsuppressorgen p53 von Lungentumoren rauchender Menschen. Das ist einer der direktesten molekularen Belege dafür, dass Tabakrauch Krebs auslöst. Zu den PAK-Vorläufern im Blatt gehört unter anderem das Solanesol, ein Terpenoid, das beim Verbrennen in aromatische Ringe zerfällt.

Tabakspezifische Nitrosamine

Die tabakspezifischen Nitrosamine (TSNA) sind die Kanzerogene, die es nur im Tabak gibt. Sie entstehen, wenn die Alkaloide des Blatts mit Nitrit reagieren, und das geschieht vor allem während Trocknung und Fermentation: Mikroorganismen reduzieren das Nitrat des Blatts zu Nitrit, das mit Nikotin und Nornicotin zu NNK und NNN reagiert. Ein weiterer Teil bildet sich in der Glut. Luftgetrockneter Burley mit seinem hohen Nitratgehalt liefert deshalb deutlich mehr TSNA als Virginia. In den USA stiegen die Werte in Virginia-Tabaken zeitweise an, als Trockenscheunen mit direkter Gasfeuerung betrieben wurden, deren Stickoxide das Blatt nitrosierten; der Umstieg auf Wärmetauscher senkte sie wieder – ein seltenes Beispiel dafür, dass eine Änderung in der Verarbeitung die Rauchchemie messbar verbessert hat. NNK erzeugt im Tierversuch zuverlässig Lungentumoren, auch Adenokarzinome, deren Anteil bei Rauchenden in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat – eine Entwicklung, die mit dem tieferen Inhalieren ventilierter Zigaretten in Verbindung gebracht wird; NNN wirkt vor allem auf Speiseröhre und Mundhöhle. Beide sind als krebserzeugend für den Menschen eingestuft. Das Abbauprodukt NNAL lässt sich im Urin nachweisen und dient neben Cotinin als Biomarker für die reale Belastung.

Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid entsteht, wenn Kohlenstoff mit zu wenig Sauerstoff verbrennt – in der Glutzone und beim Verbrennen des Papiers. Es ist farb- und geruchlos und bindet an das Hämoglobin der roten Blutkörperchen um ein Vielfaches stärker als Sauerstoff. Das entstehende Carboxyhämoglobin transportiert keinen Sauerstoff mehr; bei Rauchenden ist ein Anteil von einigen Prozent des Hämoglobins dauerhaft blockiert. Die Folge ist ein chronischer leichter Sauerstoffmangel, den das Herz durch Mehrarbeit ausgleicht, und eine Schädigung der Gefäßinnenwände, die die Arteriosklerose fördert. Kohlenmonoxid ist damit ein Hauptverantwortlicher für die Herz-Kreislauf-Schäden des Rauchens. Kein Filter hält es zurück, und es lässt sich in der Atemluft mit einfachen Geräten messen – Ausstiegsprogramme nutzen das als Erfolgskontrolle.

Aldehyde: Formaldehyd, Acetaldehyd, Acrolein

Die flüchtigen Aldehyde sind nach Masse die wichtigste Gruppe organischer Reizstoffe der Gasphase. Acetaldehyd entsteht in großer Menge aus Zuckern und Cellulose – je Zigarette im Bereich von Hunderten Mikrogramm bis in den Milligrammbereich, also um Größenordnungen mehr als die Kanzerogene der Partikelphase. Es reizt die Atemwege und verstärkt, wie oben beschrieben, die Suchtwirkung des Nikotins. Formaldehyd, aus Zuckern, Feuchthaltemitteln und Cellulose gebildet, ist als krebserzeugend für den Menschen eingestuft und reizt Augen und Schleimhäute. Acrolein, das vor allem aus Glycerin und Fetten entsteht, ist der aggressivste der drei: Es lähmt in kleinsten Konzentrationen die Flimmerhärchen der Bronchien, die den Schleim mit den eingelagerten Partikeln aus der Lunge befördern, und schädigt die Gefäßinnenhaut. Der morgendliche „Raucherhusten“ ist das Nachholen der Reinigungsarbeit, die die gelähmten Flimmerhärchen tagsüber nicht leisten konnten.

Benzol und 1,3-Butadien

Benzol ist ein flüchtiger aromatischer Kohlenwasserstoff, der bei der Pyrolyse in Mengen von einigen Dutzend Mikrogramm je Zigarette entsteht. Für Rauchende ist die Zigarette mit Abstand die größte Benzolquelle im Alltag – mehr als Straßenverkehr und Tankstellenbesuche zusammen. Benzol schädigt das Knochenmark und ist als Auslöser von Leukämien eingestuft. 1,3-Butadien, ein Gas, das in der Kunststoffindustrie als Rohstoff dient, tritt im Rauch als Pyrolyseprodukt auf; in Risikoabschätzungen, die Menge und Potenz verrechnen, landet es regelmäßig unter den wichtigsten Einzelstoffen des Rauchs überhaupt. Beide passieren jeden Filter.

Blausäure, Stickoxide, Ammoniak

Aus den stickstoffhaltigen Bestandteilen des Blatts – Proteinen, Aminosäuren, Nitrat, Alkaloiden – entstehen in der Glut mehrere kleine, hochreaktive Moleküle. Blausäure (Cyanwasserstoff) blockiert die Zellatmung, lähmt wie Acrolein die Flimmerhärchen und belastet das Herz-Kreislauf-System. Stickoxide entstehen aus dem Nitrat des Blatts; frischer Rauch enthält vor allem Stickstoffmonoxid, das sich beim Altern des Rauchs zu reizendem Stickstoffdioxid oxidiert und im Rauch selbst als Nitrosierungsmittel wirkt – ein Weg, auf dem in der Glut zusätzliche Nitrosamine entstehen. Ammoniak aus Proteinen und Zusatzstoffen reizt die Schleimhäute und verschiebt den pH-Wert des Rauchs ins Alkalische, was den Anteil des frei verfügbaren Nikotins erhöht.

Aromatische Amine

Verbrennt Stickstoffhaltiges, entstehen auch aromatische Amine wie 4-Aminobiphenyl und 2-Naphthylamin. Sie sind aus der Farbstoffindustrie als Auslöser von Harnblasenkrebs bekannt und werden aus dem Blut über die Nieren ausgeschieden – auf dem Weg dorthin schädigen sie das Blasengewebe. Dass Rauchen die häufigste vermeidbare Ursache von Blasenkrebs ist, geht überwiegend auf diese Stoffgruppe zurück.

Metalle und Radioaktivität

Was die Pflanze aus dem Boden aufgenommen hat, geht in der Glut zu einem Teil in den Rauch über. Cadmium wird über Jahrzehnte in den Nieren gespeichert, schädigt dort das Gewebe, fördert Osteoporose und ist als krebserzeugend eingestuft; Rauchende haben deutlich – oft um ein Mehrfaches – höhere Cadmiumspiegel als Nichtrauchende. Blei belastet Nervensystem und Blutbildung, Arsen – historisch aus arsenhaltigen Pflanzenschutzmitteln, heute vor allem aus dem Boden – ist krebserzeugend. Das Polonium-210 des Blatts verdampft in der Glut und lagert sich mit dem Rauch bevorzugt an den Verzweigungen der Bronchien ab, wo es als Alphastrahler auf kurze Distanz Zellen schädigt. Sein Anteil am Lungenkrebsrisiko ist nicht abschließend geklärt; sicher ist, dass kein Filter ihn abfängt.

Freie Radikale und oxidativer Stress

Weniger bekannt, aber für die Gefäß- und Lungenschäden zentral: Zigarettenrauch ist reich an freien Radikalen. In der Gasphase entstehen kurzlebige Radikale laufend neu aus der Reaktion von Stickstoffmonoxid mit organischen Bruchstücken; in der Partikelphase sitzen langlebige Semichinon-Radikale, die über Stunden aktiv bleiben und im Gewebe reaktive Sauerstoffspezies bilden. Beide überfordern die körpereigenen Schutzsysteme, oxidieren Blutfette und halten die Entzündung in Atemwegen und Gefäßwänden in Gang, die hinter COPD und Arteriosklerose steht. Dieser Mechanismus wirkt unabhängig von den Kanzerogenen und erklärt, warum die Schäden des Rauchens so weit über den Krebs hinausgehen. Die Krankheitsbilder im Einzelnen beschreibt die Seite Gesundheit.

Hauptstrom, Nebenstrom, Passivrauch

Der Hauptstromrauch ist das, was durch den Filter in den Mund gelangt. Der Nebenstromrauch steigt zwischen den Zügen von der Glut auf und macht den größeren Teil des insgesamt entstehenden Rauchs aus. Er entsteht bei niedrigerer Temperatur und mit weniger Sauerstoff, ist alkalischer, und viele Stoffe entstehen in ihm je Milligramm verbranntem Tabak in deutlich höherer Menge – darunter Ammoniak, Nitrosamine, aromatische Amine, Benzol und Kohlenmonoxid. Filtriert ist er nicht, denn er durchläuft weder Tabakstrang noch Filter.

Was Nichtrauchende einatmen, ist der Passivrauch: eine Mischung aus Nebenstromrauch und ausgeatmetem Hauptstrom, verdünnt in der Raumluft und im Verlauf von Minuten und Stunden chemisch verändert. Die Verdünnung ist enorm, ändert aber nichts am Prinzip: Passivrauch enthält dieselben Kanzerogene wie Hauptstromrauch, und für Kanzerogene gibt es keinen Schwellenwert, unterhalb dessen sie harmlos wären. Nach dem Lüften bleibt der Rauchrückstand („Thirdhand Smoke“): Nikotin und andere Rauchbestandteile lagern sich auf Oberflächen, Textilien und Staub ab und bilden dort mit Stickoxiden und Ozon der Raumluft über Tage weiter Nitrosamine. Was das für Kinder und Mitbewohner bedeutet, behandelt die Seite Gesundheit.

Wie Rauch gemessen wird: die Maschinenmessung

Rauchmaschine im Labor – Analytische Rauchmaschine in einem Prüflabor
Rauchmaschinen ziehen in festem Rhythmus ein festes Volumen – die Ergebnisse sind Laborvergleichswerte, keine Dosis für den Menschen.

Alle Zahlen, die je auf Zigarettenpackungen standen oder in Grenzwerten stehen, stammen von Rauchmaschinen. Eine Rauchmaschine hält Zigaretten in Haltern, zündet sie an und zieht in festgelegtem Rhythmus ein festgelegtes Luftvolumen durch sie hindurch. Hinter jeder Zigarette sitzt ein Cambridge-Filter, der die Partikelphase auffängt; die Gasphase wird in Gasbeutel oder Absorptionslösungen geleitet. Anschließend wird der Filter gewogen (Gesamtkondensat), Wassergehalt und Nikotin werden bestimmt (daraus ergibt sich der Teer), und das Kohlenmonoxid der Gasphase wird gemessen. Vorher werden die Zigaretten bei definierter Temperatur und Luftfeuchte konditioniert.

Das ISO-Protokoll

Das seit Jahrzehnten gebräuchliche Standardprotokoll ist das ISO-Verfahren, das auf die in den 1960er Jahren eingeführte Methode der amerikanischen Handelsaufsicht FTC zurückgeht und später in internationalen Normen festgeschrieben wurde. Seine Parameter: ein Zug von 35 Millilitern über zwei Sekunden, einmal pro Minute, mit glockenförmigem Zugprofil, bis zu einer festgelegten Stummellänge; die Ventilationslöcher im Filter bleiben offen. Diese Werte wurden bereits in den 1930er Jahren aus Beobachtungen an einer kleinen Zahl von Rauchern abgeleitet und waren nie als Abbild des realen Rauchens gedacht, sondern als reproduzierbare Laborbedingung, unter der man Zigaretten miteinander vergleichen kann. Genau diese Beschränkung ging in den folgenden Jahrzehnten verloren.

Intensivere Protokolle

Ende der 1990er Jahre entwickelte die kanadische Gesundheitsbehörde ein Protokoll, das das Verhalten realer Rauchender besser abbildet: das Health-Canada-Intense-Verfahren. Es zieht 55 Milliliter über zwei Sekunden, alle 30 Sekunden, und verschließt sämtliche Ventilationslöcher des Filters – weil Menschen sie mit Lippen und Fingern ebenfalls verschließen. Unter diesen Bedingungen liefert dieselbe Zigarette ein Vielfaches der ISO-Werte – je stärker die Filterventilation, desto größer der Sprung. Die Weltgesundheitsorganisation hat das intensive Protokoll für ihr Labornetzwerk übernommen, und seit 2018 gibt es dafür eine eigene ISO-Norm. Auch das intensive Protokoll ist aber keine Vorhersage der individuellen Aufnahme. Rauchmaschinen liefern Bandbreiten – der ISO-Wert markiert das untere Ende, der intensive Wert das obere; wo ein Mensch liegt, entscheidet sein Zugverhalten.

ParameterISO-StandardprotokollIntensives Protokoll (Health Canada Intense)
Zugvolumen35 ml55 ml
Zugdauer2 Sekunden2 Sekunden
Zugintervall60 Sekunden30 Sekunden
Filterventilationoffenvollständig verschlossen
Typische VerwendungGrenzwertprüfung in der EU, frühere PackungsangabenWHO-Labornetzwerk, Bewertung realer Bandbreiten
Verhältnis zur realen Aufnahmeunteres Ende der Bandbreiteoberes Ende der Bandbreite

Was gemessen wird und was nicht

Die klassische Messung erfasst Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid. Für die Bewertung eines Produkts ist das dürftig: Der Teerwert sagt nichts darüber, wie viele Nitrosamine oder wie viel Benzo[a]pyren in ihm stecken, und die Gasphase außer Kohlenmonoxid bleibt unberücksichtigt. Labore erfassen deshalb heute erweiterte Stofflisten, und die Regulierung diskutiert seit Jahren, ob statt oder neben Teer einzelne Kanzerogene begrenzt werden sollten, etwa die Nitrosamine je Milligramm Nikotin. Das Rahmenübereinkommen der WHO zur Tabakkontrolle verpflichtet die Vertragsstaaten, Inhaltsstoffe und Emissionen zu regeln und offenzulegen; die Umsetzung steht vielerorts noch am Anfang.

Warum Maschinenwerte trügen

Die Rauchmaschine zieht immer gleich, der Mensch nicht. Wer Nikotin braucht, holt es sich – genau dieser Mechanismus hat die Maschinenwerte zur Fehlinformation gemacht. Er heißt Kompensation und hat mehrere Stellschrauben:

Das Ergebnis ist in Biomarkerstudien immer wieder dasselbe: Misst man Cotinin, NNAL oder Kohlenmonoxid bei Menschen, die Zigaretten unterschiedlicher Maschinenklassen rauchen, unterscheiden sich die Belastungen kaum oder gar nicht. Das amerikanische Krebsforschungsinstitut fasste den Forschungsstand 2001 in einer großen Monographie zusammen: Der Umstieg von regulären auf „leichte“ Zigaretten bringt keinen nachweisbaren Gesundheitsnutzen. Was die Maschine misst – die Ausbeute unter Standardbedingungen –, ist schlicht nicht die Dosis, die ein Mensch aufnimmt. Die Ausbeute ventilierter Zigaretten ist zudem elastisch: Sie reagiert auf kleine Änderungen des Zugverhaltens viel stärker als die unventilierter Zigaretten, was den Unterschied zwischen Maschine und Mensch gerade bei den „leichten“ Marken am größten macht.

Praxishinweis: Wer irgendwo noch Zahlenangaben wie „1 mg Nikotin“ oder „4 mg Teer“ findet – auf alten Packungen, in Tabellen oder Foren –, sollte sie als Laborvergleichswerte lesen, nicht als Dosis. Eine Zigarette, die in der Maschine 1 mg Nikotin abgibt, liefert einem Menschen, der sie so raucht, wie Menschen rauchen, oft ebenso viel wie eine mit 0,8 oder 1,2 mg. Keine Zigarette ist durch ihre Bauart „weniger schädlich“. Der einzige Weg, die Dosis zu senken, ist, weniger oder gar nicht zu rauchen – die Seite Rauchstopp beschreibt, wie das gelingt.

Die „Light“-Täuschung: eine Geschichte

Die Geschichte der „leichten“ Zigarette ist die Geschichte einer Industrie, die auf eine existenzielle Bedrohung mit Produkttechnik statt mit Wahrheit reagierte – in fünf Etappen.

1950er Jahre: Der Schock und der Filter

1950 erschienen in den USA und in Großbritannien die ersten großen epidemiologischen Studien, die Rauchen und Lungenkrebs verknüpften; 1952 brachte ein Zeitschriftenartikel unter dem Titel „Cancer by the Carton“ den Befund in Millionen Haushalte. Die Antwort der Industrie war der Filter. Bis dahin eine Nische, wurde die Filterzigarette binnen weniger Jahre zum Standard. Manche frühen Filter waren selbst gefährlich – der Micronite-Filter von Kent enthielt Mitte der 1950er Jahre Asbestfasern. Die Werbung versprach Schutz, ohne ihn je belegen zu müssen. Die Vorgeschichte erzählt die Seite Geschichte.

Späte 1950er Jahre: Das „Tar Derby“

Als Zeitschriften begannen, Teerwerte verschiedener Marken zu veröffentlichen, entbrannte ein Wettlauf um die niedrigsten Zahlen – das „Tar Derby“. Jede Marke warb mit eigenen, nicht vergleichbaren Messungen. Die amerikanische Handelsaufsicht FTC stoppte den Wettlauf 1960 zunächst mit einer Vereinbarung, die Teerangaben in der Werbung untersagte, ließ sie 1966 wieder zu und schuf 1967 ein einheitliches Maschinenverfahren mit Vergleichslisten. Damit war ein Instrument geschaffen, das Zigaretten untereinander vergleichbar machte – und das die Industrie nun als Zielgröße für die Produktentwicklung nutzen konnte.

1970er und 1980er Jahre: Die Technik des Leichtmachens

Die Teerwerte sanken über die Jahrzehnte drastisch – im Maschinenverfahren. Erreicht wurde das weniger durch anderen Tabak als durch Bauart: Filterventilation (Löcher im Mundstückpapier, die den Rauch mit Luft verdünnen), poröseres Papier, expandierter und rekonstituierter Tabak, weniger Tabak je Strang, längere Filter. Marken erhielten die Zusätze „Light“, „Mild“, „Ultra“, „Extra Light“, und die Werbung positionierte sie als Ausweg für besorgte Rauchende, die nicht aufhören wollten. Interne Dokumente, die in den 1990er Jahren durch Prozesse in den USA öffentlich wurden, zeigen, dass die Hersteller die Kompensation spätestens seit den 1970er Jahren kannten und die Ventilation gezielt so auslegten, dass die Maschine niedrige Werte maß, der Mensch aber weiterhin seine Nikotindosis erhielt. Ein Wechsel auf „Light“ ersetzte für viele den Ausstieg – und das war der Zweck.

1990er und 2000er Jahre: Die Aufarbeitung

Mit den freigegebenen Dokumenten, den Biomarkerstudien und der Monographie des amerikanischen Krebsforschungsinstituts von 2001 war der Befund wissenschaftlich abgeschlossen. Die EU zog früh die Konsequenz (Brasilien war 2001 als erstes Land vorausgegangen): Die Tabakproduktrichtlinie von 2001 verbot ab 2003 Bezeichnungen wie „light“, „mild“ und „low tar“ auf Packungen, in Deutschland umgesetzt mit der damaligen Tabakprodukt-Verordnung. In den USA stellte ein Bundesgericht 2006 in einem Verfahren des Justizministeriums gegen die Zigarettenhersteller fest, dass die Vermarktung von Light-Zigaretten Teil einer jahrzehntelangen Täuschung war; das Bundesgesetz zur Tabakkontrolle von 2009 verbot die Bezeichnungen ab 2010, und die FTC zog 2008 ihre Zustimmung zur Verwendung der Maschinenwerte in der Werbung zurück.

Seit 2010: Farben statt Worte

Die Marken verschwanden nicht, sie wurden umbenannt: Aus „Lights“ wurde je nach Marke „Gold“ oder „Blue“, aus „Ultra Lights“ „Silver“. Die Farbcodes übernahmen die Botschaft, die die Wörter nicht mehr tragen durften, und Studien zeigten, dass Konsumenten helle Packungen weiterhin als milder und weniger schädlich wahrnahmen. Die EU-Tabakproduktrichtlinie von 2014 hat deshalb nachgelegt: Sie verbietet jedes Packungselement, das ein Produkt als weniger schädlich darstellt, die Angabe der Teer-, Nikotin- und Kohlenmonoxidwerte auf der Packung (weil sie irreführend ist) sowie Hinweise auf Geschmack, Aromen oder das Fehlen von Zusatzstoffen, und sie schreibt große Bildwarnhinweise vor. Was blieb, ist die Bauart: Ventilierte Zigaretten mit niedrigen ISO-Werten sind nach wie vor auf dem Markt, und die Löcher sitzen noch immer dort, wo die Finger liegen.

Grenzwerte: 10-1-10 und was sie bedeuten

Für in der EU verkaufte Zigaretten gelten Emissionshöchstwerte je Zigarette, gemessen im ISO-Verfahren: 10 Milligramm Teer, 1 Milligramm Nikotin, 10 Milligramm Kohlenmonoxid – die „10-1-10-Regel“, Ergebnis einer schrittweisen Absenkung seit Anfang der 1990er Jahre. Eine erste Richtlinie von 1990 legte für Teer einen Höchstwert von 15 Milligramm ab 1993 und 12 Milligramm ab 1998 fest; die Richtlinie von 2001 senkte auf 10 Milligramm und führte erstmals Grenzwerte für Nikotin und Kohlenmonoxid ein, gültig ab 2004. Die Tabakproduktrichtlinie von 2014 hat diese Werte unverändert übernommen und zugleich ihre Veröffentlichung auf der Packung untersagt – ein bemerkenswerter Doppelschritt: Die Zahlen sind gut genug für einen Grenzwert, aber zu irreführend für den Verbraucher.

Gültig abRegelungTeerNikotinKohlenmonoxid
1993EG-Richtlinie von 1990, erste Stufe15 mg––
1998EG-Richtlinie von 1990, zweite Stufe12 mg––
2004EU-Tabakproduktrichtlinie von 200110 mg1 mg10 mg
2016EU-Tabakproduktrichtlinie von 201410 mg1 mg10 mg – Angabe auf der Packung verboten

Was leisten diese Grenzwerte? Sie ziehen eine Obergrenze für die Rauchausbeute unter Laborbedingungen und haben die extremen Zigaretten der 1950er und 1960er Jahre vom Markt genommen, die je Stück ein Vielfaches der heutigen Werte lieferten. Aber sie sagen nichts über Nitrosamine, Benzo[a]pyren oder Aldehyde, und sie sind – wegen der Kompensation – kein Maß für die Aufnahme. Eine Zigarette, die die Grenzwerte einhält, ist eine legale Zigarette, keine unbedenkliche. Die Nikotinbegrenzung hat dabei eine paradoxe Seite: Mit 1 Milligramm im ISO-Verfahren liegt sie so hoch, dass praktisch jede Zigarette ausreicht, Abhängigkeit zu erzeugen und zu erhalten. Vorschläge, den Nikotingehalt des Tabaks – nicht die Rauchausbeute – auf ein Niveau zu senken, das keine Abhängigkeit mehr trägt, werden seit Jahren international diskutiert; die geltenden Vorschriften stehen auf der Seite Recht & Steuer.

Papier, Filter und die Frage nach dem Müll

Was das Papier beiträgt

Das Zigarettenpapier liefert beim Verbrennen selbst Kohlenmonoxid, und seine Porosität bestimmt mit, wie viel Luft in den Strang gelangt und wie stark der Rauch verdünnt wird. Die Citrate, die das Glimmen regulieren, sorgen dafür, dass die Zigarette nicht ausgeht – genau deshalb löst eine weggelegte Zigarette Brände aus. Seit 2011 müssen Zigaretten in der EU ein reduziertes Zündrisiko haben: Das Papier trägt in Abständen Ringe geringerer Porosität, an denen die Glut ohne Zug erstickt. An der Chemie des Rauchs ändert das kaum etwas; die Zahl der tödlichen Zigarettenbrände ist nach der Einführung in mehreren Ländern zurückgegangen, auch wenn der Effekt nicht abschließend beziffert ist.

Was der Filter leistet – und was nicht

Der Celluloseacetat-Filter hält einen Teil der Partikelphase zurück; wie viel, hängt von Länge, Dichte und Ventilation ab. Gasphase und Radikale passieren ihn nahezu ungehindert. Aktivkohlefilter, die in Japan und Korea verbreitet sind, binden zusätzlich einen Teil der flüchtigen Aldehyde, der Blausäure und des Benzols, aber kein Kohlenmonoxid und keine Nitrosamine der Partikelphase; eine messbare Senkung des Krankheitsrisikos ist für keinen Filtertyp belegt. Und der Filter ist Teil der Light-Geschichte: Er trägt die Ventilationslöcher und ist damit das Bauteil, das die Maschine am wirksamsten getäuscht hat.

Die Kippe als Umweltproblem

Im Gebrauch ist der Filter unproblematisch; sein Problem beginnt nach dem Rauchen. Celluloseacetat ist ein Kunststoff, der in der Umwelt nur sehr langsam zerfällt, und die im Filter gesammelten Rauchbestandteile – Nikotin, Metalle, PAK – gehen beim ersten Regen in Boden und Wasser über. Weggeworfene Zigarettenstummel gehören weltweit zu den häufigsten Abfallfunden an Stränden und in Städten. Die EU hat Zigarettenfilter deshalb in ihre Einwegkunststoff-Richtlinie aufgenommen: Seit Juli 2021 tragen Packungen den Hinweis „Produkt enthält Kunststoff“ mit dem Schildkröten-Piktogramm, und die Hersteller werden nach dem Verursacherprinzip an den Reinigungskosten der Kommunen beteiligt – in Deutschland über eine Abgabe in einen zentralen Einwegkunststofffonds. Für Kleinkinder sind herumliegende Kippen zudem eine reale Vergiftungsgefahr: Der Nikotingehalt eines Stummels reicht aus, um Übelkeit, Erbrechen und in schweren Fällen mehr auszulösen.

Zigarette, Feinschnitt, Zigarre, Kräuterzigarette: Unterschiede im Rauch

Die Rauchchemie ist nicht bei allen Tabakprodukten gleich, und die Unterschiede erklären einige verbreitete Missverständnisse.

Was aus alldem folgt

Die Inhaltsstoffe der Zigarette lassen sich auf einen Satz bringen: Das Blatt liefert das Nikotin, die Rezeptur macht den Rauch angenehm genug zum tiefen Inhalieren, und die Verbrennung erzeugt die Stoffe, die krank machen. Nikotin hält den Kreislauf am Laufen; Teer, Nitrosamine, Benzo[a]pyren, Benzol und aromatische Amine erzeugen Krebs; Kohlenmonoxid, Acrolein, Blausäure und die freien Radikale schädigen Gefäße und Atemwege; Cadmium und Polonium kommen aus dem Boden dazu. Keine Bauart, kein Filter und kein Zusatzstoffverzicht ändert daran Grundlegendes – die Geschichte der „leichten“ Zigarette ist der Beweis. Maschinenwerte sind Vergleichsgrößen für das Labor, nicht Dosen für den Menschen. Wer die Schadstoffaufnahme senken will, hat einen sicheren Weg: aufzuhören. Die Begriffe dieser Seite erklärt das Glossar, die Wege aus der Abhängigkeit die Seite Rauchstopp.

Häufige Fragen

Ist Nikotin krebserregend?

Nikotin macht abhängig und belastet das Herz-Kreislauf-System, gilt aber in den beim Rauchen aufgenommenen Mengen nicht als relevanter Krebsauslöser. Die Krebsrisiken des Rauchens gehen überwiegend auf Verbrennungsprodukte wie Teerbestandteile und Nitrosamine zurück. Für die Gesundheitsbilanz ist das dennoch kein Freispruch: Ohne die Nikotinabhängigkeit gäbe es den chronischen Rauchkonsum nicht.

Warum wurde Menthol verboten?

Menthol kühlt und betäubt die Atemwege leicht — das macht den Rauch weicher und erleichtert gerade Einsteigern das Inhalieren. Die EU-Tabakproduktrichtlinie verbietet deshalb Zigaretten mit charakteristischem Aroma; für Menthol lief die Übergangsfrist im Mai 2020 ab.