MarkenJohn Player Special (JPS)

JPS Black

JPS Black ist die intensivste Variante der Marke John Player Special und zugleich diejenige, die dem Ursprung optisch am nächsten steht: Schwarz und Gold waren 1970 die Farben der ersten JPS-Packung. In Deutschland wird die Black als kräftiger American Blend im King-Size-Format ausschließlich in der 20er-Packung angeboten.

TypAmerican Blend, kräftigste Variante der Familie
FormatKing Size, nur 20er-Packung
DesignKlassisches Schwarz-Gold, 2022 modernisiert
EingeführtDeutschland: Jahr nicht belegt, spätestens 2022 im Kernsortiment
Statusaktiv

Zur Einordnung: Dieses Markenlexikon dokumentiert Zigarettenmarken neutral als Teil der Konsum- und Wirtschaftsgeschichte. Es enthält keine Bezugsquellen und keine Empfehlung. Rauchen schädigt die Gesundheit – sachliche Informationen dazu stehen unter Gesundheit, Wege aus dem Konsum unter Rauchstopp.

Charakter und Mischung

Die JPS Black ist ein American Blend aus Virginia-, Burley- und Orienttabaken, den der Hersteller als besonders intensiv mit vollem Tabakgeschmack beschreibt. Sie richtet sich nach Herstellerdarstellung an erfahrene Raucher, die einen vollmundigen, kräftigen Charakter bevorzugen. Innerhalb der Markenfamilie bildet sie das obere Ende der Geschmacksskala: kräftiger als die Red, deutlich kräftiger als die Blue. Handelsbeschreibungen sprechen von einem besonders intensiven Aroma mit vollem Tabakgeschmack, eine Formulierung, die keine messbare Größe beschreibt. Händlerlistungen aus dem Jahr 2025 nennen für die Black 10 Milligramm Teer, 0,8 Milligramm Nikotin und 10 Milligramm Kohlenmonoxid je Zigarette – Werte, die beim Teer und beim Kohlenmonoxid den gesetzlichen Höchstwerten der EU entsprechen. Amtlich bestätigt sind diese Angaben nicht; seit 2016 dürfen sie auch nicht mehr auf der Packung stehen, weil sie Konsumenten eine Vergleichbarkeit vortäuschen, die das Maschinenrauchverfahren nicht leisten kann.

Bemerkenswert ist, dass die Nikotinangabe der Black in solchen Listungen kaum über der Red liegt; die wahrgenommene Stärke entsteht offenbar eher über Zugwiderstand, Filterbelüftung und Aromatik als über den reinen Nikotingehalt. Das ist kein Sonderfall dieser Sorte, sondern die Regel: „Stark“ und „mild“ beschreiben ein Rauchgefühl, keine Dosis. Für die Intensität einer Mischung ist vor allem der Burley-Anteil verantwortlich: Burley wird luftgetrocknet, ist zuckerarm und liefert den herben, schweren Ton, während Virginia für Süße sorgt; eine als besonders kräftig beworbene Mischung enthält daher meist mehr Burley oder wird weniger stark belüftet. Was der Rauch tatsächlich enthält und warum die Maschinenwerte so wenig aussagen, ist unter Inhaltsstoffe erklärt.

Format und Packung

Die Black ist ausschließlich als King Size in der 20er-Schachtel erhältlich; Großformate wie bei Red und Blue gibt es für sie nicht. Das ist im JPS-Sortiment ungewöhnlich, denn die Marke lebt in Deutschland von Großpackungen; es deutet darauf hin, dass die Black eher als Image- und Nischenprodukt geführt wird denn als Mengenartikel. Die Packung ist schwarz mit goldenem Rahmen und der stilisierten JPS-Wortmarke – jenes Design, das in den 1970er Jahren auf den Lotus-Rennwagen zur Ikone wurde. Beim Redesign der Markenfamilie 2022 wurden Black und Just zwar „spürbar moderner“ gestaltet, wie Reemtsma es formulierte, behielten aber ausdrücklich ihre Designidentität, während Red und Blue auf ein weißes Grunddesign umgestellt wurden. Seit 2023 hat auch die Black abgerundete Ecken, eine Soft-Touch-Oberfläche und ein geprägtes Logo. Das Schwarz-Gold der Markengeschichte tragen heute also vor allem die Black und die Just-Linie; wer die klassische Anmutung sucht, findet sie hier.

Einführung und Namensgeschichte

Die ursprüngliche John Player Special von 1970 war eine schwarze King Size, und im britischen Sortiment wird bis heute eine JPS Black geführt, neben Varianten wie Real Blue oder Silver Stream. Rezeptur und Sortimentslogik der beiden Länder sind voneinander unabhängig, auch wenn Name und Design übereinstimmen. Die deutsche JPS Black ist damit nicht identisch: Sie ist ein American Blend und wurde von Reemtsma als eigenständige, besonders kräftige Sorte in das Sortiment aufgenommen, nachdem die Marke Mitte der 2000er Jahre im günstigen Segment neu positioniert worden war. Einen genauen Einführungstermin für den deutschen Markt nennen weder Hersteller noch Fachpresse; belegt ist die Sorte spätestens seit dem Redesign von 2022, und sie gehört seither dauerhaft zu den drei Kernvarianten Red, Blue und Black, die Reemtsma bei Verpackungsneuerungen stets gemeinsam nennt. Im Gegensatz zu den Schwestern hat die Black nie unter einem Zusatz wie „Stream“ firmiert und war von Umbenennungen wegen des EU-Verbots von „Light“-Bezeichnungen aus dem Jahr 2003 nicht betroffen, weil sie ohnehin die kräftigste Variante ist.

Der Name folgt einem Muster, das sich in den 2010er Jahren bei vielen Marken durchgesetzt hat: Nachdem Farben wie Blau oder Silber die milden Varianten übernommen hatten, wurde Schwarz zur Chiffre für die kräftigste Mischung – bei JPS mit dem Vorteil, dass Schwarz ohnehin die Markenfarbe ist und die Black damit zugleich als „Original“ wahrgenommen wird. In Großbritannien wurde die JPS-Linie rund um das Mentholverbot 2020 um Varianten mit Aromakapseln im Filter ergänzt, was Tabakkontrollforscher als Umgehungsversuch kritisieren; die deutsche Black ist davon nicht betroffen und kommt ohne solche Zusätze aus.

Stellung im Sortiment

Die Black ist die Spezialistin unter den JPS-Sorten: kein Volumenprodukt, sondern das Angebot für Raucher, denen die Red nicht kräftig genug ist. Sie konkurriert im deutschen Markt mit anderen „Black“-Varianten preisgünstiger Marken, die nach demselben Muster die intensivste Mischung mit Schwarz kennzeichnen. Von der JPS Full Red, die ebenfalls als besonders kräftig beworben wird, unterscheidet sie sich durch das eigenständige Design und die Beschränkung auf die 20er-Packung; die Full Red ist als Variante der Red-Linie auch in Großformaten erhältlich. Die im November 2025 eingeführte JPS Slims Purple überträgt den vollmundigen Anspruch in das schlanke Format, bleibt aber ein eigenes Produkt mit eigenem Filter und eigener Packungsform.

Status heute

JPS Black ist aktiv und Teil des Kernsortiments. Wie alle JPS-Varianten wurde sie bislang im Reemtsma-Werk Langenhagen gefertigt, dessen schrittweise Schließung bis 2027 im Frühjahr 2026 beschlossen wurde; die Produktion soll innerhalb des Imperial-Konzerns verlagert werden. Ob eine Sorte mit vergleichsweise kleinem Volumen bei einer solchen Verlagerung dauerhaft im Programm bleibt, lässt sich von außen nicht beurteilen – bislang gibt es keine Hinweise auf eine Einstellung, und der Hersteller hat die Black noch 2023 mit den Verpackungsneuerungen bedacht. Auch in der Fachpresse wird sie bei jeder Sortimentsmeldung als Teil des Trios genannt.

Besonderheiten und Abgrenzung

Die Besonderheit der JPS Black ist ihre doppelte Rolle als Geschmacksvariante und als Hüterin des Markenerbes. Gegenüber der JPS Red ist sie intensiver abgestimmt und auf ein einziges Format beschränkt, gegenüber der JPS Blue bildet sie das andere Extrem der Skala. Anders als Red und Blue hat die Black keine Just- oder Long-Ausprägung; wer die kräftige Richtung ohne Zusatzstoffe sucht, landet bei der Just Red. Gesundheitlich gilt auch für die Black, was für jede Zigarette gilt: Die Intensität des Geschmacks sagt nichts über die Menge der aufgenommenen Schadstoffe aus, und eine kräftige Zigarette ist nicht „ehrlicher“ oder besser als eine milde, nur anders. Informationen zu den gesundheitlichen Folgen stehen unter Gesundheit, Wege aus dem Konsum unter Rauchstopp.

Quellen: siehe Markenseite John Player Special (JPS).