Lucky Strike Original Blue
Lucky Strike Original Blue ist die mildere Abstufung der Kernlinie. Sie steht am Ende einer Reihe von Namen, die die europäische Tabakregulierung erzwungen hat: Aus „Lights“ wurde 2003 „Silver“, und aus der 2015 eingeführten „Amber“ wurde nach Handelsangaben ohne Änderung der Mischung die heutige Blue.
| Sorte | Mildere Standardsorte der Original-Linie |
|---|---|
| Mischung | American Blend mit Zusatzstoffen, wie Red, milder abgestimmt |
| Format | King Size mit Filter, Hartbox |
| Packungsgrößen | 20, 22 (Giga), 28 (Super), 60 (Hercules) |
| Vorgängerinnen | Lights (bis 2003), Silver (ab April 2003), Amber (2015), danach Blue |
| Status | aktiv |
Zur Einordnung: Dieses Markenlexikon dokumentiert Zigarettenmarken neutral als Teil der Konsum- und Wirtschaftsgeschichte. Es enthält keine Bezugsquellen und keine Empfehlung. Rauchen schädigt die Gesundheit – sachliche Informationen dazu stehen unter Gesundheit, Wege aus dem Konsum unter Rauchstopp.
Charakter und Tabakmischung
Original Blue verwendet denselben American Blend aus Virginia-, Burley- und Orienttabak wie die Red, ist aber als mildere Variante abgestimmt. Im Handel wird sie als weniger würzig und leichter im Rauch beschrieben. Technisch erreicht man eine solche Abstufung nicht in erster Linie durch anderen Tabak, sondern vor allem über den Filter: Feine Perforationen im Filterumhüllungspapier (Filterventilation) lassen zusätzliche Luft in den Zug, sodass die Maschinenmessung geringere Werte liefert. Bei realem Konsum werden diese Öffnungen häufig mit Lippen und Fingern abgedeckt, und viele Rauchende ziehen an milden Zigaretten tiefer oder öfter. Genau deshalb hat die EU zuerst die Bezeichnungen „Light“ und „Mild“ (2003) und dann die Wertangaben auf der Packung (2016) verboten.
Konkrete Nikotin- oder Teerwerte lassen sich für die Blue aus diesem Grund nicht seriös nennen; die Angaben in Händlerdatenbanken stammen nicht vom Hersteller. Zu beachten ist: „Milder“ beschreibt einen Geschmackseindruck, nicht ein geringeres Risiko. Wie Filter und Ventilation funktionieren, erklärt der Abschnitt Aufbau; welche Stoffe im Rauch stecken, der Abschnitt Inhaltsstoffe.
Format und Packung
Die Blue erscheint in der Hartbox im Loewy-Design, wobei Blau als Sortenfarbe den roten Kreis und die Schriftzüge ergänzt. In Deutschland ist sie in der 20er-Packung, als „Giga“ mit 22 Stück, als „Super“ mit 28 Stück und als „Hercules“ mit 60 Stück gelistet, also in einer etwas schmaleren Formatpalette als die Red, der das „Xtra“-Format mit 33 bis 35 Stück vorbehalten ist. Seit 2016 tragen alle Packungen die kombinierten Bild-Text-Warnhinweise, seit 2019 die Codes des EU-Rückverfolgbarkeitssystems. Wie bei allen Filtersorten der Marke ist die Packung eine Klappschachtel; ein Softpack gibt es nur bei der filterlosen Variante. Mit dem Wechsel von Amber zu Blue schloss sich BAT der branchenüblichen Farblogik an, in der Blau für die mildere Standardsorte steht, wie bei der konzerneigenen Pall Mall Blue oder der Gauloises Blondes Blau; ein bernsteinfarbenes Päckchen hatte im Regal keinen Wiedererkennungswert über die Marke hinaus.
Einführung und Umbenennungen: von Lights über Silver und Amber zu Blue
Die Geschichte der milden Lucky Strike ist eine Geschichte von Namensverboten. Nach der Einführung der Filterzigarette 1989 führte BAT in Deutschland auch eine „Lucky Strike Lights“ und eine noch leichtere „Ultra“. Die EU-Richtlinie 2001/37/EG untersagte solche Bezeichnungen ab dem 30. September 2003, weil Studien gezeigt hatten, dass Rauchende sie als „weniger schädlich“ verstehen. BAT reagierte früh: Im März 2003 kündigte der Konzern an, ab April die „Lights“ in „Silver“ umzubenennen und die „Ultra“ aus dem Sortiment zu nehmen; parallel wurde aus der „Filters“ die „Red“. Die Silver war damit die erste Lucky Strike, die eine Farbe statt einer Stärkeangabe trug.
2015 brachte BAT in Deutschland die „Lucky Strike Amber“ als preisgünstigere, mildere Variante auf den Markt. Nach übereinstimmenden Handelsangaben wurde die Amber später bei unveränderter Tabakmischung in „Blue“ umbenannt, sodass die heutige Original Blue die direkte Nachfolgerin der Amber ist. Das Jahr der Umbenennung ist nicht dokumentiert; ob die Silver daneben weiterlief oder in der Blue aufging, lässt sich aus frei zugänglichen Quellen nicht sicher sagen. Der Zusatz „Original“ kam mit der Einführung der zusatzstofffreien Linie „Authentic“ (2010), die ihrerseits eine Authentic Blue führt. Parallel dazu gab es zwischen 2009 und 2020 die Kapselzigaretten „Click & Roll“ und „Double Click“, deren Mentholvarianten sich ebenfalls an ein Publikum richteten, das mildere oder kühlere Zigaretten sucht; sie fielen unter das EU-Mentholverbot mit Übergangsfrist bis zum 20. Mai 2020.
Stellung im Sortiment
Die Original Blue ist die zweite Standardsorte hinter der Original Red und erfüllt die Rolle, die bei anderen Marken die „Gold“- oder „Silver“-Variante übernimmt: Sie hält Konsumentinnen und Konsumenten in der Marke, die eine mildere Zigarette bevorzugen. Innerhalb des Blue-Segments konkurriert sie mit der Authentic Blue (ohne Zusatzstoffe), der 2025 laut Handel eingeführten Crafted Blue (preisgünstiger) und der Design-Variante Luckies Blue. Die filterlose Lucky Strike steht am anderen Ende der Skala und teilt mit der Blue nur den Namen und die Tabakbasis.
Innerhalb des BAT-Konzerns hat die Blue eine enge Verwandte in der Pall Mall Blue, die im günstigeren Segment dieselbe Rolle spielt. Diese Doppelstruktur ist typisch für BAT in Deutschland: Lucky Strike deckt das mittlere Preissegment mit Markenerzählung ab, Pall Mall das preisbewusste. Dass beide Marken inzwischen Großformate bis 60 Stück anbieten, zeigt, wie sehr sich der Wettbewerb auf den Stückpreis verlagert hat, seit Werbung außerhalb des Verkaufsorts praktisch nicht mehr möglich ist.
Abgrenzung zu den Schwester-Sorten
Vier Sorten der Marke tragen heute den Farbnamen Blue, und die Unterschiede liegen jeweils an einer anderen Stelle. Gegenüber der Original Red ist es die Stärke: gleiche Mischung, mildere Abstimmung. Gegenüber der Authentic Blue ist es die Rezeptur: Die Authentic-Linie wurde 2010 mit dem Anspruch eingeführt, den Tabak nur mit Wasser zu behandeln; seit 2016 darf dieser Hinweis nicht mehr auf der Packung stehen, sodass man beide Sorten im Regal nur am Namenszusatz auseinanderhält. Gegenüber der Crafted Blue von 2025 ist es der Preis: Sie ist laut Handel die günstigere Zweitlinie in eigenen Formaten mit 20, 27 und 58 Stück. Gegenüber der Luckies Blue ist es das Design: eine 2025 eingeführte Variante nur im 20er-Format, die sich an ein jüngeres Publikum richtet. Und gegenüber der Silver von 2003 ist es die Geschichte: Sie war die erste milde Lucky Strike mit Farbnamen, ihr heutiger Status im deutschen Handel ist unklar.
Status heute und Besonderheiten
Die Sorte ist aktiv und in den üblichen Vertriebskanälen gelistet. Ihre Besonderheit liegt weniger im Produkt als in der Regulierungsgeschichte, die sich an ihr ablesen lässt: In gut zwei Jahrzehnten hat die milde Lucky Strike mehrfach den Namen gewechselt, ohne dass sich am Inhalt Wesentliches geändert hätte. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das ein Hinweis darauf, wie stark Farbcodes und Bezeichnungen Erwartungen steuern, und ein Beleg dafür, warum der Gesetzgeber hier eingegriffen hat; die Rechtslage fasst der Abschnitt Recht zusammen.
Aus gesundheitlicher Sicht gilt: Eine milde Zigarette ist keine sichere Zigarette. Die Ventilation, die den Rauch in der Maschine verdünnt, wirkt beim Menschen kaum, und die Abhängigkeit vom Nikotin ist bei milden Sorten nicht geringer. Wer weniger Schaden will, muss weniger oder gar nicht rauchen. Informationen dazu bieten die Abschnitte Gesundheit und Rauchstopp.
Quellen: siehe Markenseite Lucky Strike.