MarkenMarlboro

Marlboro Mix

Marlboro Mix schließt die Lücke zwischen der kräftigen Stammsorte und der milderen Gold. Sie wurde als Marlboro Medium eingeführt, verlor diesen Namen im Zuge der Verbote für Stärkebezeichnungen und heißt in Deutschland seither Mix.

EingeführtAnfang der 1990er Jahre als Marlboro Medium (USA); in Deutschland nach Handelsangaben 1993
UmbenennungMedium → Mix nach den Verboten für Stärkebezeichnungen; Zeitpunkt nicht sicher belegt
Charaktermittelkräftiger American Blend, rund und mild-würzig
Maschinenwerte0,7 mg Nikotin / 9 mg Teer (Wikipedia-Sortentabelle, Stand 2008)
Formate in Deutschland20er-Klappschachtel, Großpackungen XL und 2XL
Statusaktiv

Zur Einordnung: Dieses Markenlexikon dokumentiert Zigarettenmarken neutral als Teil der Konsum- und Wirtschaftsgeschichte. Es enthält keine Bezugsquellen und keine Empfehlung. Rauchen schädigt die Gesundheit – sachliche Informationen dazu stehen unter Gesundheit, Wege aus dem Konsum unter Rauchstopp.

Von „Medium“ zu „Mix“

Marlboro Medium kam Anfang der 1990er Jahre auf den Markt – zuerst in den USA, in Deutschland nach Handelsangaben 1993 – als Zigarette „zwischen“ den beiden großen Sorten: kräftiger als Lights, milder als das rote Original. Die Idee lag nahe, denn viele Rauchende empfanden die Lights als zu leicht und die Stammsorte als zu schwer. Die deutsche Wikipedia nennt in ihrer Sortentabelle allerdings 1983 als Einführungsjahr der heutigen Mix, was vermutlich den Marktstart der Lights in Deutschland wiedergibt; der genaue Beginn in Deutschland ist damit nicht eindeutig belegt.

Der Name Medium geriet mit den Verboten für Stärkebezeichnungen unter Druck. Die EU-Tabakrichtlinie von 2001 untersagte ab 2003 alle Bezeichnungen, die den Eindruck geringerer Schädlichkeit erwecken; ein US-Bundesgericht nannte 2006 ausdrücklich auch „Medium“ als irreführend. Philip Morris ersetzte den Namen in Deutschland durch „Mix“, ein Wort, das auf die Tabakmischung verweist, ohne eine Stärke zu behaupten. In einigen Märkten lief die Sorte zwischenzeitlich als „Flavor Mix“. Der Zeitpunkt der Umbenennung in Deutschland ist nicht sicher belegt; Handelsquellen sprechen von einer Umstellung „aus rechtlichen Gründen“ bei unveränderter Mischung. Hintergründe zu den Verboten stehen unter Recht.

Charakter und Mischung

Mix ist ein American Blend aus Virginia-, Burley- und Orienttabaken, wie ihn alle klassischen Marlboro-Sorten verwenden. Der Begriff bezeichnet die in den USA entwickelte Mischung aus hellem, süßlichem Virginia, kräftigem Burley und aromatischem Orienttabak, im Unterschied zu den reinen Virginia-Mischungen britischer Prägung. Der Handel beschreibt den Geschmack als rund, mild-würzig und ausgewogen, mit mittlerem Nikotingehalt – die Sorte soll den Charakter der roten Marlboro haben, ohne deren Wucht. Sie enthält keine zusätzlichen Aromen im Sinne von Menthol oder Fruchtnoten; „Mix“ bezeichnet die Tabakmischung, nicht eine Aromatisierung. Nach der Sortentabelle der deutschen Wikipedia lagen die deklarierten Maschinenwerte 2008 bei 0,7 Milligramm Nikotin und 9 Milligramm Teer je Zigarette – näher an Red (0,8 und 10) als an Gold (0,5 und 6).

Diese Zahlen sind, wie bei allen Zigaretten, nur Maschinenwerte. Sie beschreiben, was eine genormte Abrauchmaschine misst, nicht, was ein Mensch aufnimmt. Der Unterschied zwischen Mix und Red ist in der tatsächlichen Schadstoffaufnahme kaum messbar; er liegt vor allem im Geschmack. Welche Stoffe beim Verbrennen entstehen und warum die Sorte dafür unerheblich ist, erklärt die Seite Inhaltsstoffe.

Format und Packung

Mix gibt es in Deutschland als King-Size-Zigarette mit Celluloseacetatfilter in der Klappschachtel mit 20 Stück sowie in Großpackungen, die im Handel als XL und 2XL geführt werden und je nach Ausführung gut 20 bis knapp 30 Zigaretten enthalten; ein 100er-Format fehlt. Die Stange mit zehn Packungen à 20 Stück ist ebenfalls üblich. Das Formatangebot liegt damit zwischen dem der beiden Hauptsorten und dem der Nischensorten Silver Blue und White. Das Design nutzt das bekannte Giebelmotiv in einer eigenen, von Red abgesetzten Farbgebung; Wortmarke und Wappen sind identisch. Seit 2016 tragen alle Packungen die kombinierten Bild-Text-Warnhinweise auf 65 Prozent der Fläche.

Stellung im Sortiment

Mix ist die dritte Sorte der klassischen Reihe und die einzige, die keine „leichte“ Positionierung verfolgt: Sie richtet sich an Rauchende der roten Sorte, die etwas weniger Kräftiges suchen, nicht an Umsteiger auf milde Zigaretten. In der Rangfolge der Stärke steht sie zwischen Red und Gold; darunter folgen Silver Blue und White. In der Linie ohne Zusatzstoffe gibt es keine mittlere Ausführung, ebenso wenig in der 2025 gestarteten Zweitlinie Crafted; Mix bleibt damit eine Sorte, die es nur im klassischen Blend gibt.

Absatzseitig dürfte Mix in Deutschland die Nummer drei der Familie sein, mit großem Abstand zu Red und Gold – die Großpackungen bis 2XL zeigen, dass die Nachfrage groß genug für Mehrstückformate ist, aber nicht für die Vielfalt der beiden Hauptsorten. Genaue Absatzzahlen je Sorte veröffentlicht der Hersteller nicht.

Werbung und Wahrnehmung

In Deutschland lief die Sorte stets im Windschatten der beiden Hauptsorten; eine eigenständige Bildwelt, wie sie der Cowboy für die rote Sorte darstellt, hat sie nie bekommen, und die Werbung der Marke nannte sie allenfalls im Sortimentsüberblick. Wahrgenommen wird sie als „Kompromiss-Marlboro“: kräftig genug für Gewohnheitsraucher der roten Sorte, etwas weicher im Geschmack. Dass ein Name wie „Medium“ zugleich als Gesundheitsversprechen gelesen werden konnte, war der Grund für sein Verschwinden – ein Beispiel dafür, wie eng Produktbezeichnung und Regulierung in diesem Markt verwoben sind. Bei der Sonderedition vom Februar 2023 zum 50-jährigen Jubiläum der weltweiten Marktführerschaft wurde Mix nicht bedacht; sie blieb Red und Gold vorbehalten.

Besonderheiten

Mix ist innerhalb der Familie ein Sonderfall, weil ihr Name nicht auf einer Farbe beruht. Während Red, Gold, Silver Blue und White nach dem Verbot der Stärkebezeichnungen auf Farbcodes umstellten, wählte Philip Morris hier ein Wort, das die Mischung selbst in den Vordergrund rückt. In anderen Ländern trägt die Sorte deshalb andere Namen; in den USA etwa läuft die frühere Medium seit dem dortigen Verbot der Stärkebezeichnungen 2010 als „Marlboro Red Label“ – nicht zu verwechseln mit der deutschen Red –, was die internationale Verwirrung um Marlboro-Bezeichnungen gut illustriert. Die deutsche Mix ist außerdem neben Red und Gold die einzige klassische Sorte, die der Konzern in Großpackungen anbietet, jenem Mehrstückformat, das in Deutschland einen erheblichen Teil des Absatzes ausmacht. Wer die Sorte mit einer aromatisierten Zigarette verwechselt, liegt falsch: Zusatzaromen wie Menthol sind in der EU seit 2020 ohnehin verboten, und Mix hat nie dazugehört.

Status heute

Marlboro Mix ist in Deutschland erhältlich und gehört zum festen Kernsortiment der Marke. Seit dem Ende der deutschen Produktion 2025 stammt sie aus anderen europäischen Werken des Konzerns. Absatzzahlen je Sorte veröffentlicht der Hersteller nicht; die Kantar-Hochrechnungen zählen Marken, nicht Sorten. Unabhängig von der Stärke gilt: Wer von Red auf Mix wechselt, wechselt den Geschmack, nicht das Risiko – entscheidend bleibt die Zahl der gerauchten Zigaretten, nicht die Sorte. Welche Risiken das sind, beschreibt Gesundheit, und was beim Aufhören hilft, steht unter Rauchstopp.

Abgrenzung zu den Schwester-Sorten

Quellen: siehe Markenseite Marlboro.