Davidoff Classic
Die Classic ist die Sorte, an der man Davidoff erkennt: eine vollmundige Filterzigarette in der achteckigen Packung, die Reemtsma in den 1990er Jahren mit „Full Flavour“ und dem Slogan „The more you know“ bewarb. Sie hat jede Regulierungswelle ohne Namenswechsel überstanden und gehört bis heute zum Kernsortiment der Marke in Deutschland.
| Sorte | Davidoff Classic, vollmundige Leitsorte der Marke |
|---|---|
| Belegt seit | spätestens um 1994 (Werbemittel im Deutschen Historischen Museum); Marke seit 1985 |
| Werbung | „Full Flavour“ (um 1994); Slogan „The more you know“ (1998) |
| Mischung | Burley, Virginia und Orient (allgemeine Herstellerangabe zur Marke, 2008) |
| Packung und Formate | achteckige Prismenpackung; in Deutschland auch als Slims und „Classic Edition“ gemeldet |
| Status | aktiv |
Zur Einordnung: Dieses Markenlexikon dokumentiert Zigarettenmarken neutral als Teil der Konsum- und Wirtschaftsgeschichte. Es enthält keine Bezugsquellen und keine Empfehlung. Rauchen schädigt die Gesundheit – sachliche Informationen dazu stehen unter Gesundheit, Wege aus dem Konsum unter Rauchstopp.
Charakter und Mischung
Die Classic ist die vollmundige Sorte der Marke. Ein Kartonaufsteller aus der Zeit um 1994, heute im Deutschen Historischen Museum in Berlin, stellt sie mit den Worten „Full Flavour DAVIDOFF CLASSIC“ der „Fine Mildness“ der damaligen Davidoff Lights gegenüber; damit war die Rollenverteilung im Sortiment klar. Über die Mischung macht der Hersteller nur allgemeine Angaben. Zum Start in den USA 2008 beschrieb die Imperial-Tochter Commonwealth Brands den Davidoff-Tabak als Verbindung von Burley, Virginia und Orient, bei der jede Sorte beim Mischen einen Teil ihres Aromas an die anderen abgebe; die Mischung für die USA sei eigens auf den dortigen Geschmack abgestimmt worden. Die Classic ist also nicht zwingend in jedem Land dieselbe Zigarette.
Wie Imperial die Rollen der drei Tabakarten beschreibt, zeigt eine Mitteilung zu einer Magnum-Sonderedition von 2017: Burley gebe Kraft, Virginia Süße und sonnengetrockneter Orienttabak eine exotische Note, und die Blätter reiften vor dem Mischen bis zu neun Monate. Für die Classic selbst sind solche Einzelheiten nicht veröffentlicht. Geschmacksbeschreibungen bleiben Urteile, keine Messwerte; was sich über die Stoffe im Rauch sagen lässt, erklärt der Abschnitt Inhaltsstoffe, Fachbegriffe der Tabakmischung das Glossar.
Format und Packung
Die Classic steckt in der Prismenpackung, mit der Davidoff seit 1985 auftritt: Die Längskanten sind abgeschrägt, der Querschnitt ist achteckig. Zum US-Start 2008 hob der Hersteller hervor, die Form schütze die Zigaretten besser, die Außenfolie werde in einem Vakuumverfahren verschweißt, damit der Tabak seine Feuchtigkeit behalte, und die Folie im Inneren sei eigens beschichtet. Eine 2016 in Italien fotografierte, auf Wikimedia Commons dokumentierte Packung zeigt die damalige Gestaltung: ein weinrotes Grundfeld mit feinem Punktmuster und den geschwungenen Schriftzug auf einem hellen Band. Seit 2016 nehmen in der EU kombinierte Bild- und Textwarnhinweise 65 Prozent von Vorder- und Rückseite ein.
Beim Format ist die Lage weniger eindeutig. Imperial nennt das 1989 eingeführte, längere Format „Premium Line“ das meistverkaufte Produkt der Marke, weist aber nicht aus, welchen Anteil die Classic daran hat. In der Liste der beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gemeldeten Tabakerzeugnisse (Stand September 2026) erscheint die Classic in mehreren Ausführungen, darunter als Slims und als „Classic Edition“. Wie sich Formate in Länge und Durchmesser unterscheiden, erklärt der Abschnitt Aufbau. Für Sammler ist die achteckige Schachtel ein leicht erkennbares Stück, mehr dazu unter Packungen sammeln.
Einführung und Namensgeschichte
Wann genau der Name Classic aufkam, ist nicht dokumentiert. Den Anfang machte 1985 die Luxussorte Davidoff Magnum; die Classic ist spätestens für die Zeit um 1994 belegt, gemeinsam mit der Lights. Der Name hatte einen Vorteil, der sich erst später zeigte: Anders als „Lights“, „Mild“ oder „Ultra“ fiel „Classic“ nicht unter das EU-Verbot von Bezeichnungen, die eine geringere Schädlichkeit nahelegen und zum 30. September 2003 von den Packungen verschwinden mussten. Die Classic musste deshalb nie umbenannt werden, während aus ihrer milderen Schwester die Gold wurde.
Werblich lief die Sorte unter dem englischen Slogan „The more you know“. Ein Plakat der Reemtsma Cigarettenfabriken im Deutschen Historischen Museum, datiert zwischen 1995 und 2005, trägt den Titel „Davidoff Classic / the more you know / Peter“, und ein doppelseitiges Werbeschild von 1998 wirbt mit demselben Satz für Classic und Lights. Die Botschaft zielte auf Kennerschaft und passte zum Namen eines Genfer Zigarrenhändlers. Auch international gehört die Classic zum Grundbestand: Beim Start auf dem US-Markt im Mai 2008 war sie eine der vier ersten Sorten, neben Lights, Menthol und Menthol Lights, und im Reiseverkehr erschien sie 2011 in einer „Book Edition“ mit 200 Zigaretten im Buchformat, wie der Branchendienst Moodie Davitt Report berichtete.
Stellung im Sortiment
Die Classic ist die Leitsorte, an der sich die übrigen ausrichten. Die Gold ist ihre mildere Schwester, die SL-Line überträgt das Angebot auf ein schlankes Format, und Silver, One und White ergänzen es um weitere Varianten. Die Magnum, mit der 1985 alles begann, ist in Deutschland nicht mehr gemeldet und erschien zuletzt vor allem in limitierten Duty-free-Editionen. Der Name dient inzwischen auch als Zusatz: In der Meldeliste erscheinen Sorten der Reemtsma-Marke R1 mit dem Zusatz „by Davidoff“. Einen Überblick über alle Sorten und die Geschichte der Marke gibt die Seite Davidoff.
Status heute
Die Classic ist aktiv und gehört weiterhin zum Kernsortiment der Marke in Deutschland. Gefertigt wurde sie für den deutschen Markt von Reemtsma, nach Angaben des Markenlexikons Brandslex im Werk Langenhagen bei Hannover. Mit der im März 2026 angekündigten schrittweisen Schließung dieses Werks bis ins Jahr 2027 endet die Tabakherstellung von Imperial in Deutschland; wo die Classic danach gefertigt wird, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt.
Abgrenzung zu den Schwestersorten
- Davidoff Gold: die mildere Standardsorte, bis zum EU-Verbot von 2003 als Davidoff Lights mit „Fine Mildness“ beworben; auch als SL-Line.
- Davidoff Magnum: die Luxussorte von 1985, um 1993 als Supreme Virginia und Light Virginia beworben; zuletzt vor allem in Duty-free-Editionen.
- Davidoff Rosé SL-Line: seit Juli 2025, 97 Millimeter lang, mit weißem Filter.
- Davidoff Menthol: um 2000 eingeführt; Mentholzigaretten sind in der EU seit Mai 2020 verboten.
Quellen: siehe Markenseite Davidoff.