MarkenGauloises

Gauloises Blondes Blau

Die Gauloises Blondes Blau führt fort, was die SEITA 1984 mit der ersten blonden Gauloises begann: eine Filterzigarette aus hellen Tabaken nach amerikanischem Vorbild, die Namen, Farbe und Helm der alten Caporal übernahm. In Deutschland ist sie heute die kräftigere der beiden hellen Hauptsorten und trägt die Markenfarbe, in der sich die Gauloises seit 1936 zeigt.

SorteGauloises Blondes Blau, im Handel meist Gauloises Blau; kräftigere der beiden hellen Hauptsorten
LinieGauloises Blondes, 1984 von der SEITA eingeführt
Tabakhelle Tabake nach amerikanischem Vorbild, Filterzigarette
Packungen in Deutschland20 und 25 Stück, Automatenpackung; Großpackung mit 40 Stück (Klickverschluss seit Juli 2024)
Vertrieb in Deutschlandzunächst BAT, seit April 2010 Reemtsma
Statusaktiv

Zur Einordnung: Dieses Markenlexikon dokumentiert Zigarettenmarken neutral als Teil der Konsum- und Wirtschaftsgeschichte. Es enthält keine Bezugsquellen und keine Empfehlung. Rauchen schädigt die Gesundheit – sachliche Informationen dazu stehen unter Gesundheit, Wege aus dem Konsum unter Rauchstopp.

Charakter und Mischung

Gauloises Blondes Blau ist in Deutschland die kräftigere der beiden hellen Hauptsorten der Marke; die deutschsprachige Wikipedia führt sie als starke Sorte. „Blondes“ bezeichnet im Französischen Zigaretten aus hellem Tabak, im Gegensatz zu den „brunes“ aus dunklem, luftgetrocknetem und fermentiertem Tabak, mit denen die Gauloises groß geworden ist. Die Blondes folgen dem Vorbild der amerikanischen Filterzigaretten mit ihrer Mischung heller Tabake, wie sie Marken wie Marlboro oder Camel populär gemacht haben. Beschreibungen des Geschmacks als kräftig oder würzig sind Geschmacksurteile, keine Messwerte.

Einen Blick in die Rezeptur erlaubt die Zusatzstoffliste für das Jahr 2008, die die deutschsprachige Wikipedia aus der amtlichen Zusammenstellung übernommen hat. Sie nennt neben Feuchthaltemitteln wie Glycerin und Propylenglycol unter anderem Saccharose, Invertzucker, Ahornsirup, Lakritze und Feigenextrakt, also Zutaten, wie sie zum Aromatisieren amerikanischer Mischungen üblich sind. Mit der herben Caporal der Gründerjahre hat die Blondes geschmacklich wenig gemein, auch wenn sie deren Aufmachung trägt. Was Zusatzstoffe in der Zigarette leisten und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Abschnitt Inhaltsstoffe.

Format und Packung

Die Sorte ist eine Filterzigarette in der klassischen Aufmachung der Marke: blaue Packung, darauf der geflügelte Gallierhelm, den der Maler Maurice Giot 1925 zeichnete und Marcel Jacno 1936 überarbeitete, als er auch das Blau einführte. Dass die helle Sorte die Farbe der alten Caporal behielt, macht sie zur Trägerin des Markenbilds; die mildere Schwester Rot erhielt ein rotes Farbfeld. In Deutschland wird Blau in Packungen zu 20 und 25 Stück und als Automatenpackung angeboten, dazu kommen die Großpackungen der Marke mit 40 Stück, die im Juli 2024 einen Klickverschluss erhielten, der die Schachtel zuverlässig geschlossen halten soll. Seit 2016 nehmen die EU-weit vorgeschriebenen Bildwarnhinweise große Teile der Vorder- und Rückseite ein.

Für Sammler sind die Sonderpackungen interessant. Zum 114. Geburtstag der Marke ersetzte Reemtsma 2024 die regulären 20er- und 25er-Packungen von Blau und Rot ab Mitte Juli rund sechs Wochen lang durch eine limitierte „Liberté Edition“ mit Sonderdesigns; nur die Automatenpackungen waren ausgenommen. Solche zeitlich begrenzten Motive sind ein eigenes Sammelgebiet, Hinweise dazu gibt die Seite Packungen sammeln.

Einführung und Namensgeschichte

Die Geschichte der Sorte beginnt 1984. Nachdem das staatliche Monopol 1976 gefallen war, kamen ausländische Marken mit hellem Tabak in großer Zahl nach Frankreich, und die SEITA suchte eine Antwort. Nach ersten leichteren Varianten wie den Gauloises Légères von 1982 brachte sie 1984 die Gauloises Blondes heraus, eine Filterzigarette aus hellen Tabaken nach amerikanischem Vorbild, die Namen, Farbe und Helm der Traditionsmarke übernahm. Ab 1986 folgten leichtere Abstufungen wie die Blondes Légères und 1990 die Blondes Super Légères; die Blondes ohne Zusatz blieb die kräftigste Stufe der Linie.

Seit Herbst 2003 untersagt die EU Bezeichnungen wie „light“ oder „mild“ und damit auch ihr französisches Gegenstück „légères“; seither unterscheiden Farben die Sorten. In Deutschland steht heute Blau für die kräftigere und Rot für die mildere Variante, zeitweise ergänzt um Gelb für eine besonders leichte Version. Wann die Blondes nach Deutschland kamen, ist nicht genau belegt; vertrieben wurden sie hier zunächst von BAT, das die Marke 1960 eingeführt hatte. Für die Gauloises Blondes entwickelte die Agentur Kolle Rebbe die Kampagne „Liberté toujours“, die 2004 ins Finale des Effie-Wettbewerbs kam. Seit April 2010 liegt die Sorte bei Reemtsma.

Stellung im Sortiment

Blau trägt die Markenfarbe und ist die kräftigere der beiden Hauptsorten; gemeinsam mit Rot bildet sie den Kern des deutschen Gauloises-Angebots. Die blonde Linie wurde international zur wichtigsten der Marke: Nach der französischsprachigen Wikipedia, die sich auf den Geschäftsbericht von Imperial Tobacco stützt, war die Gauloises Blondes 2010 die meistverkaufte Marke des Konzerns. Neben den Zigaretten gab es die Sorte auch als Feinschnitt zum Selbstdrehen. Wie präsent die Bildwelt der Blondes war, zeigt ein französisches Urteil: 2007 verurteilte der Kassationshof die SEITA, weil eine Partnerschaft mit dem Festival Francofolies dessen Gestaltung von 2000 bis 2002 an die Gauloises Blondes angelehnt hatte. Für die Marke insgesamt meldete Reemtsma 5,6 Prozent Marktanteil im Jahr 2012 und 5,9 Prozent im Geschäftsjahr 2013; getrennte Zahlen für einzelne Sorten liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Status heute

Gauloises Blondes Blau ist aktiv. Reemtsma, das die Marke seit 2010 führt, bezeichnete Gauloises 2024 als eine seiner Kernmarken. Hergestellt werden Gauloises seit dem Ende der Produktion in Frankreich in Werken des Imperial-Konzerns in Deutschland und Polen.

Abgrenzung zu den Schwestersorten

Quellen: siehe Markenseite Gauloises.